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Lufthansa und Ufo peilen Schlichtung an
Vorerst gehen die Ufo-Flugbegleiter - hier eine Stewardess der Lufthansa - wieder in die Luft. Die geplanten Streiks sind abgesagt. Foto: dpa
Flugbegleitergewerkschaft sagt die für heute und morgen geplanten Streiks ab

Lufthansa und Ufo peilen Schlichtung an

Aufatmen für Flugreisende: Die bei Ufo organisierten Flugbegleiter streiken vorerst nicht. Die Lufthansa ist offenbar auf einen Vorschlag von Ufo eingegangen. Ein Job-Gipfel mit allen Beteiligten ist geplant.

26.11.2015
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt: Nach einem vertraulichen Spitzengespräch mit dem Vorstand der Lufthansa hat die Flugbegleitergewerkschaft Ufo ihren für heute und Freitag geplanten Streik abgesagt. Die Lufthansa sei auf einen neuen Vorschlag von Ufo eingegangen. Die Lufthansa räumte ein, anzuerkennen, dass Ufo zu nachhaltigen Senkungen der Personalkosten bei den Flugbegleitern bereit sei. Jetzt soll ein erneuter Schlichtungsversuch Wege zur Lösung des seit zwei Jahren andauernden Tarifkonflikts vor allem über die strittige Übergangs- und Altersversorgung und über Wachstumsperspektiven für Lufthansa aufzeigen. Ufo-Chef Nicoley Baublies betonte allerdings, dass zunächst nur die aktuell geplanten Streiks abgesagt seien. Um weitere Arbeitskämpfe auszuschließen, bedürfe es verbindlicher Vereinbarungen.

Wichtig dafür ist aus Sicht beider Parteien der von Lufthansa für den 2. Dezember vorgeschlagene sogenannte Job-Gipfel, an dem alle drei bei Lufthansa aktiven Gewerkschaften teilnehmen sollen - Ufo, Verdi, die einen kleineren Teil der 19 000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter und das gesamte Bodenpersonal vertritt, und die Pilotenvereinigung Cockpit (VC). Die hatte allerdings schon am Freitag ihre Absage für den 2. Dezember kundgetan, es sei denn die Lufthansa ziehe eine Schadenersatzklage gegen VC zurück.

Lufthansa und Ufo verständigten sich gestern, mit allen Beteiligten den Job-Gipfel vorzubereiten, um eine Diskussion über alle wichtigen Themen zu ermöglichen und, so Baublies, "den Konflikt insgesamt zu lösen". Allerdings haben sich bisher nur die Lufthansa und Ufo über Eckpunkte verständigt. Mit VC laufen nach dem gerichtlichen Verbot weiterer Streiks, das die Lufthansa im September erwirkt hatte, Verhandlungen über Übergangs- und Altersversorgung. Die Gespräche mit Verdi sind unterbrochen.

Lufthansa betonte gestern, man sei bereit, mit Ufo Tarifverträge bei denjenigen deutschen Fluggesellschaften abzuschließen, die mehrheitlich der Lufthansa gehörten. Das schließt offensichtlich die neugeformte Billig-Tochter Eurowings als Nachfolgerin von Germanwings aus, die ihren Sitz in Wien hat. Bei der Schlichtung soll ein Mediator eingeschaltet werden. Lufthansa zufolge ist bei strittigen Details zur Übergangs- und Altersversorgung eine Annäherung erzielt worden, "die Basis für eine Lösung sein kann". Offenbar sind dies Vorschläge von Ufo, die die Schlichter Herta Däubler-Gmelin und Friedrich Merz im Sommer vorgelegt, die die Lufthansa aber zurückgewiesen hatte. Dadurch könnten Versorgungslücken für ältere Flugbegleiter geschlossen werden und für neue Flugbegleiter feste Rentenbeiträge der Lufthansa vereinbart werden. "Das wird jetzt doch als Ausgangsbasis für eine neue Versorgung akzeptiert", sagt Baublies.

Ufo hatte Anfang November sieben Tage lang gestreikt. Es war der längste Ausstand in der Geschichte der Lufthansa. 4700 Flüge waren ausgefallen, 550 000 Passagiere waren betroffen. Der Schaden für die Lufthansa dürfte bei etwa 140 Mio EUR liegen.

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26.11.2015, 08:30 Uhr

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