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Geschichten im Stall

Lustnauer Verein will Kindern das ländliche Leben nahebringen

Einen Bauernhof als Hobby zu betreiben ist unmöglich? Dass es gelingen kann, beweisen die Vereinsmitglieder vom Stadtteilbauernhof. Sie haben noch größere Pläne für die Zukunft.

06.11.2012
  • Boris Blank

Lustnau. „Ich will auch mal bürsten!“, rufen die Kinder einander zu. Die Schafe genießen die Streicheleinheiten und lassen sich von den umherwuselnden Kleinen nicht aus der Ruhe bringen. Die Schafe sind die Hauptattraktion des Stadtteilbauernhofs auf dem Herrlesberg. Noch sind sie die einzigen Tiere. Für einen Bauernhof zu wenig. Es waren einmal mehr. Aber die Mitgründerin und Landwirtin ist im vergangenen Jahr weggezogen und nahm alle Tiere mit.

Aufgeben wollten die Vereinsmitglieder ihre Idee aber nicht. Auch wenn das für Katharina Bachteler, Sandra Hansmann und Walter Weber vom Vorstand heißt, viel Freizeit zu opfern. Denn einen Bauernhof nebenbei zu betreuen ist eine große Herausforderung. Doch auf mehrere Schultern verteilt geht es langsam, aber stetig voran. Nun hat der Verein mit Mutterschaf, Bock und Lämmern eine ganze Schaf-Familie und hofft auf weiteren Nachwuchs.

Ziegen und Hühner sollen folgen, später vielleicht sogar Kühe und Pferde. „Mit den Tieren sehen die Kinder den ganzen Lebenszyklus der Natur – von der Geburt bis zum Tod, das wollen wir ihnen nicht vorenthalten“, sagt Weber.

Geld für neue Werkzeuge gewonnen

Ihr Konzept, in Gemeinschaft einen Bauernhof zu bewirtschaften und die Generationen zusammenzubringen, wird nicht nur von den Besuchern gewürdigt. Gerade haben die Mitglieder bei einer Ausschreibung gewonnen und Geld für neue Werkzeuge bekommen.

„Ziel ist es, die Kinder an die landwirtschaftlichen Prozesse heranzuführen. In der heutigen Massenproduktion verschwinden sie immer mehr aus dem Alltag“, sagt Bachteler. Beim Schafscheren, Heuen, der Apfelernte und dem Mosten erleben die Kinder bäuerliches Leben dagegen handfest und hautnah.

So haben die Mädchen und Jungen unter Leitung von Sandra Hansmann beispielsweise Kartoffeln gesetzt und geerntet. Dabei machten sie verblüffende Entdeckungen: Die Natur bringt nicht nur genormte Formen hervor, wie sie im Supermarkt zu kaufen sind. Sondern es gibt walnusskleine Kartoffeln, aber auch richtig große herzförmige Knollen.

Als nächstes wollen die Vereinsmitglieder einen Hühnerstall bauen, einen Bauwagen mit Sitzgelegenheiten ausrüsten und den Schafstall instandsetzen. Für die Adventssonntage wollen sie ihn noch gemütlich herrichten, um darin Geschichten vorzulesen.

Ein Bauernhof verlangt einiges ab, aber Hansmann, Bachteler und Weber sind zuversichtlich und voller Ideen. Sie wollen ihre Pläne Stück für Stück umsetzen. „Wir schauen, was wir schaffen“, sagt Bachteler. Das Trio hofft dabei auch auf Unterstützung von der Stadt und auf Leute, die mit anpacken wollen.

Info: Jeden zweiten Sonntag im Monat lädt der Verein im „Cafe Schaf“ zum Zusammensitzen ein. Freitags von 15 Uhr können sich Interessierte auf dem Bauernhof umsehen.

Lustnauer Verein will Kindern das ländliche Leben nahebringen
Zu den Schafen im Lustnauer Stadtteil-Bauernhof sollen sich noch Hühner und Ziegen gesellen. Freude an den Tieren haben (von links) Veronika Bachteler (5), Leonhard Bachteler (15), Paul (2) und Sandra Hansmann sowie Katharina Bachteler.

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06.11.2012, 12:00 Uhr

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