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Luthers Brief an den Rat von Esslingen
Spieluhr mit der Figur von Martin Luther. Foto: Emde Gestaltung
Jubiläum

Luthers Brief an den Rat von Esslingen

Objekte in der Kapelle des Alten Schlosses geben Einblicke in die Reformation Württembergs.

18.04.2017
  • RAINER LANG

Stuttgart. Schon der Ausstellungsort ist ein Zeichen für die Wirkung der Reformation vor 500 Jahren im Südwesten. Die Schau „Luther kommt nach Württemberg“ zeigt die württembergische evangelische Landeskirche bis zum 10. Juni in der Stuttgarter Schlosskirche. Diese wurde 1562 als Hofkapelle errichtet. Sie ist der erste evangelische Kirchenbau in Württemberg.

Nachdem Martin Luther der Überlieferung nach am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen hatte, fiel die Lehre des Reformators auch in Württemberg auf fruchtbaren Boden. Schüler Luthers entwickelten seine Lehre auf eigene Weise weiter. Die Ausstellung gibt Einblicke in wenig bekannte Aspekte der Reformation in Württemberg. Vorgestellt wird zum Beispiel der Esslinger Augustinermönch Michael Stifel. Der Anhänger Luthers war nicht nur ein bedeutender Mathematiker, wie seine „Deutsche Arithmetica“ zeigt, sondern auch Prophet des Weltuntergangs, der mit dem „Rechenbüchlein vom EndChrist“ Unruhe stiftete. In Luther hatte Stifel einen Fürsprecher.

Der Reformator verfolgte das Geschehen in Württemberg aufmerksam, wie seine Briefe an Rat und Bürgermeister von Esslingen oder die Christen in Reutlingen zeigen. Luthers Schriften wurden in Stuttgart und Reutlingen fleißig nachgedruckt. In Württemberg war Luther jedoch selbst nie.

Württembergs Reformatoren prägen das Land bis heute. Für die Landeskirche bestimmend war die Kirchenordnung des Theologen Johannes Brenz. Er hat auch die Klosterschulen geschaffen. Wenn auch Frauen keine führende Rolle einnehmen konnten, werden sie in der Schau als „anonyme Beteiligte“ gewürdigt.

Dem Reformationsjubiläum ist es zu verdanken, dass Schätze, die in kirchlichen und staatlichen Archiven in Stuttgart schlummern, in der Schlosskirche zu sehen sind. Dazu zählt die von 1520 stammende Ausgabe von Luthers Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ oder ein vom Theologen und Astronomen Johannes Kepler unterschriebenes Konkordienbuch.

Wie jede Zeit sich ihr Bild von Luther machte, „ihn gebrauchte und missbrauchte“, wird an den gezeigten Bildern, Münzen, Statuetten oder Plastikenten mit Luther-Konterfei, die im Lauf der Zeit entstanden, nicht ganz klar. Aufklären kann dies der Kirchenhistoriker Hermann Ehmer am 25. April um 19 Uhr im Vortrag „Reformationsjubiläen in Württemberg“. Rainer Lang

Info www.lutherkommt-ausstellung.de

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18.04.2017, 06:00 Uhr

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