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Mach‘s gut Deuri
So kannten ihn seine Lieben: Tobias Deuringer mit dem Dirigentenstab in der Hand. Privatbild
Nachruf

Mach‘s gut Deuri

Er war Familienvater, ein Mensch, der hunderte junge Musiker im Kreis Freudenstadt inspiriert hat. Am Samstag ist der in Empfingen aufgewachsene Leiter der Jugendmusikschule Baiersbronn, Tobias Deuringer, im Alter von 56 Jahren gestorben.

19.10.2016
  • Benjamin Breitmaier

Sein Kampf ist zu Ende, sein Vermächtnis lebt. Nach dem monatelangen Ringen mit einer Krebserkrankung starb am Samstagmorgen der in Empfingen aufgewachsene Tobias Deuringer im Alter von 56 Jahren. Der Kreis Freudenstadt wird den Musiker nicht vergessen, zu groß ist das Gewicht seines Wirkens, seine Liebe zur Musik und sein unaufhaltsamer Wille, die Freude am Musizieren jungen Menschen zu vermitteln.

In diesem Jahr durfte er drei Jahrzehnte als Leiter der Jugendmusikschule Baiersbronn feiern. 17 Lehrer und mehr als 400 Schüler gehören heute zu der Institution, die weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt ist. Als Tobias Deuringer im Jahr 1986 anfing waren es nur vier Lehrkräfte. Als musikalischer Leiter hat Deuringer die Schule geprägt wie kein Zweiter. So wird sein Vermächtnis auch in der Musik seiner Schüler weiter bestehen. Seine Frau Regina beschreibt die Schule als das „Lebenswerk“ ihres Mannes. „Er schaffte es, auch Schüler zu motivieren, die die Lust verloren hatten“, erklärt Regina Deuringer im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE. „Das war das, was ihn ausgemacht hat, wie er auf die Kinder eingegangen ist.“ Deuri – so nannten ihn seine Schüler. „Eine seiner besten Eigenschaften war sein Humor und seine Spontanität“, sagt seine Ehefrau Regina.

Sie und die Kinder Benedikt und Julia kannten eine Seite von Tobias Deuringer, die nichts mit Musik zu tun hatte. Die Seite des Motorradfahrers, des Genussmenschen und liebenden Familienvaters. „Zuhause war seine Insel der Ruhe“, betont Tochter Julia. Hier konnte er auch ohne Musik sein, oder sich tagelang über Dinge wie das gute Essen seiner Frau freuen.

Langjähriger Dirigent des Blasmusikkreisverbands

Seine Zweiradtouren führten ihn in die Vereinigten Staaten, nach Estland, manchmal bis an das
Ende der Welt – ähnlich wie seine Musik.

Selbst nach der schweren Herzoperation im vergangenen Jahr, nach der Diagnose Krebs. Tobias Deuringer verlor seinen Lebenswillen nicht. „Er war ein Kämpfer“, sagt Regina Deuringer. Jemand, der solange auf dem Motorrad saß, wie er nur konnte, der selbst noch im Krankenhaus Interviews gab. „Wenn er mal zwei Tage Ruhe hatte, dann musste er aber spätestens wieder raus“, sagt Tochter Julia mit einem Lächeln.

Neben seiner Tätigkeit als Musikschulleiter war Tobias Deuringer auch langjähriger Dirigent des Blasmusikkreisverbandes, war Leiter des Trachtenblasorchester Baiersbronn, war 30 Jahre lang Dirigent des Akkordeonorchesters Ehningen, um nur einige Tätigkeiten zu nennen.

Sein Elternhaus stand in Empfingen. Sein Vater Hubert Deuringer, der im Jahr 2014 starb, ist einer der bekanntesten Söhne der Gemeinde. Tobias Deuringer folgte als einziger von drei Geschwistern einem ähnlichen Berufsbild wie dem langjährigen Dirigenten des SWF-Rundfunkorchesters. „Dennoch ging er immer auch
seinen eigenen Weg“, sagt seine Frau Regina.

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19.10.2016, 01:00 Uhr

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