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Tüftler und Macher

Made in Rottenburg,Germany

Vom Betriebsleiter eines Bowling-Centers zum weltweit erfolgreichen Hersteller innovativer LED-Leuchten: Solche Geschichten kennt man aus Amerika. Im Ländle gibt’s die auch. Thomas Fuchs, Geschäftsführer des Rottenburger Unternehmens Ledora Electronics, erzählt sie.

22.05.2015
  • TEXT: Ghita Kramer-Höfer, FOTOS: Ghita Kramer-Höfer

Als Betriebsleiter eines Rottenburger Bowling-Centers fiel es 2007 in den Aufgabenbereich von Thomas Fuchs, Energie einzusparen. Das größte Potenzial lag, wie er schnell erkannte, im Austausch der herkömmlichen Leuchtstoff- gegen sparsame LED-Röhren. Doch die miserable Qualität der am Markt befindlichen Produkte ärgerte ihn: unangenehm kaltes Licht und eine zu geringe Haltbarkeitsdauer.

2009 machte sich der bereits zu Schulzeiten begeisterte Licht- und Elektronik-Tüftler an die Arbeit: Eine vorhandene Leuchtröhre, eine Handvoll LEDs sowie ein Netzgerät waren die Basis. Mit einer ausgeklügelten Kühlung für die LEDs und einem schicken Design machte Thomas Fuchs den Prototypen perfekt und ließ seine Leuchte in einer Kleinserie von zehn Stück in Asien produzieren.

Vom Ergebnis waren auch seine Kollegen in anderen Sportcentern überzeugt: Warmes Licht, eine deutlich höhere Lichtausbeute, 70 bis 80 Prozent geringerer Stromverbrauch und eine sieben- bis zehnfach längere Lebensdauer sprachen ebenso dafür wie die Möglichkeit, die herkömmlichen Röhren gegen die sparsamen LED-Röhren unkompliziert auszutauschen.

Erste Anfragen aus der Industrie folgten und noch im selben Jahr machte sich Thomas Fuchs mit seiner Firma „Fuchs LED Lighting e.K“ selbstständig. Wie sprechend der Phantasiename Ledora für sein Produkt war, merkte er erst später: Aus dem Lateinischen frei übersetzt, bedeutet es „LED der ersten Stunde“.

Die Qualität der Ledora sprach sich weiter herum, die Nachfrage stieg. Noch ließ der Jungunternehmer nach seinen Vorgaben in Asien fertigen. 2012 fand er in Harald Twardawski, ebenfalls Pionier in Sachen LED-Technik, einen ebenbürtigen Geschäftspartner. Sie hoben die „Ledora Electronics GmbH“ aus der Taufe und fertigten von nun an selbst. Aus dem einstigen Einmann-Unternehmen wurde ein weltweit erfolgreiches Unternehmen mit aktuell 40 Mitarbeitern, Ende 2015 werden es bereits 65 sein. Noch im Mai steht der Umzug auf 2000 Quadratmeter Produktions- und Lagerfläche an, ein paar Häuser weiter im Rottenburger Gewerbegebiet Siebenlinden II.

„Wir sind in allen Bereichen gut aufgestellt“, freut sich Thomas Fuchs und plant kräftig an der Zukunft. Bereits heute werden die Ledora-Produkte von acht Markenlizenznehmern und 600 Händlern in Deutschland vertrieben, Tendenz steigend.

„Unser aktuell größter Kunde ist Lufthansa“, verkündet Fuchs nicht ohne Stolz. Die Wartungshalle des A380 in Frankfurt, der zur Zeit europaweit größte freitragende Flugzeughangar mit Vorfeldbeleuchtung, rüstete LEDORA vor kurzem von herkömmlichen 2200 Watt-Leuchten auf 880 Watt LEDs um. „Und wir sind heller“, erklärt Thomas Fuchs verschmitzt, „wir haben die Helligkeit um 25 Prozent gesteigert.“ Zu den Ledora-Kunden zählen aber weitaus nicht nur die „Großen“. Auch Privatkunden profitieren von den bahnbrechenden Entwicklungen des schwäbischen Tüftlers, die Produkte sind frei auf dem Markt erhältlich. „Von 3 bis 1000 Watt gibt’s alles“, erklärt Thomas Fuchs, „von der Nachttischbeleuchtung bis zum Flutlicht“. Vermehrt kommen Anfragen und Bestellungen aus Europa, USA, Kanada und China. „Made in Germany“ ist gefragt. Aktuell ist Fuchs in Gesprächen über eine komplette Lichtplanung für einen chinesischen Großflughafen.

Kurz vor der Markteinführung ist die T8 Revolution Röhre. „Sie ist wirklich eine Revolution“, verrät Thomas Fuchs. „Es ist die effizienteste Röhre, die es gibt, ohne Netzteil, mit einer Hochvoltplatine.“ Netzteile sind zu 90 Prozent schuld an Ausfällen von LED-Leuchten. „Das wird es mit der T8 Revolution nicht mehr geben.“ Eine Garantie über acht Betriebsjahre verspricht Sicherheit. Im Sortiment hat Ledora Shopbeleuchtungen, Decken- und Bürobeleuchtungen, Flutlicht sowie eine Straßenlampe. Alle Produkte werden ausschließlich in Rottenburg gefertigt und einzeln überprüft. In naher Zukunft ist Ledora auf keinerlei Fremdunternehmen mehr angewiesen: Netzteile, die bisher zugekauft werden, sind in naher Zukunft nicht mehr nötig.

Worin unterscheidet sich Ledora nun eigentlich grundlegend von anderen Unternehmen, die sich auf LEDs spezialisiert haben?

Zurückhaltend lächelt der erfolgreiche Unternehmer, dessen Umsatz sich jährlich beständig um 300 Prozent steigert. „Bei uns ist alles austauschbar und alle Einzelteile sind verfügbar. Dank der modularen Bauweise sind unsere Leuchten sehr ressourcenschonend. Wenn beispielsweise die Lebensdauer eines Hallenstrahlers vorüber ist, brauchen wir nur die Platine auszutauschen und – zur Zeit noch – das Netzteil. Und schon ist die Leuchte bereit für weitere 50 000 Betriebsstunden.“

Der eigentliche Knackpunkt, verrät Fuchs, ist bei allen LEDs jedoch die Kühlung. „Je kälter ein LED arbeitet, umso mehr Licht gibt es ab.“ Und genau hier verbirgt sich die eigentliche Stärke der Ledora-Tüftler: In der Wahl der richtigen Werkstoffe und Techniken sind sie ihren Mitbewerbern immer den entscheidenden Schritt voraus. Und das soll so bleiben. „Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen“, erklärt Thomas Fuchs freundlich und selbstbewusst. „Wir wollen in eine ganz andere Liga.“ 300 bis 400 Mitarbeiter sollen 2016 die Ledora LEDs fertigen. Selbstverständlich made in Rottenburg, Germany.

Made in Rottenburg,Germany
Ledora Electronicsproduziert die effizientesten Hallen-Tiefstrahler der Welt. Das Geheimnis des innovativen Rottenburger Unternehmens ist die Kühltechnik, verrät Geschäftsführer Thomas Fuchs. Die LEDs werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Handarbeit auf die Platinen gelötet: „Made in Germany“ ist weltweit gefragt.

Made in Rottenburg,Germany

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22.05.2015, 12:00 Uhr

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