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Land am Rand

Märchenstunde mit der Bahn

23.03.2018

Von PETRA WALHEIM

Singen. Wenn Kinder mit ihren Eltern im Zug in den Urlaub fahren, ist es für sie eine feine Sache und meist auch höchst willkommen, wenn sie Märchen erzählt bekommen. Die Variante, dass die Bahn selbst Märchen erzählt, ist dagegen neu. Nach Ansicht des Behindertenbeauftragten des Landkreises Konstanz, Oswald Ammon, darf das aktuell aber die Stadt Singen erleben. Ihr werden offenbar seit Monaten immer wieder neue Märchen aufgetischt – und die sind alles andere als willkommen.

Es geht um die drei Aufzüge im Singener Bahnhof. Die machen seit September keinen Mucks mehr. Das heißt, für Rollstuhlfahrer ist die Fahrt schon im Bahnhof zu Ende. Reisende mit schwerem Gepäck müssen ihre Sachen treppauf und treppab schleppen.

Um für gute Stimmung zu sorgen, begann die Bahn mit ihrer Märchenstunde. Sie sagte zu, die Lifte würden im Oktober 2017 wieder ihren Dienst tun. Fortsetzung Nr. 1 des Märchens folgte im Dezember: Wegen eines Liefer-Engpasses werden die Aufzüge erst im Januar ausgetauscht. Kurz vor Weihnachten Fortsetzung Nr. 2: Die Lifte laufen erst im Februar wieder. Anfang März Fortsetzung Nr. 3: Die Aufzüge werden am heutigen Freitag ausgetauscht. Zum Glück ist heute nicht der 13., so besteht zumindest Hoffnung.

Schon werden Vergleiche mit dem Flughafen Berlin Brandenburg gezogen, der auch zwölf Jahre nach Baubeginn noch nicht fertig ist. Womöglich waren dort ebenfalls Märchenerzähler am Werk. Dabei weiß doch jedes Kind, dass man Märchen nicht glauben soll.

Petra Walheim

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Erstellt:
23. März 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
23. März 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. März 2018, 06:00 Uhr

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