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Superman und Double-Backflip

Malik Haase und Till Eißler erfolgreich beim Dirtjump-Contest im Belsener Bike-Park

Teilnehmer aus ganz Süddeutschland waren am Samstag auf der Bike-Anlage in Ernwiesen beim dritten Dirtjump-Contest dabei. Bei extremer Hitze zeigten die Fahrer spektakuläre Sprünge.

21.07.2014
  • Amancay Kappeller

Belsen. Eigentlich war der Wettbewerb für Samstag vor einer Woche angekündigt – doch dann machte das Wetter den Dirtjumpern einen Strich durch die Rechnung: Gewitterregen setzte die Anlage derart unter Wasser, dass sie nicht mehr befahrbar war. Man habe extra überall Planen ausgelegt, berichtet Dirtbike-Abteilungsleiter Andreas Bibow. Aber auch die hielten irgendwann nicht mehr: „Da war kein Grip mehr, es war einfach zu rutschig.“ Deshalb wurde der Contest abgebrochen und um eine Woche verschoben. Nicht alle angemeldeten Fahrer konnten zum Ersatztermin erneut anrücken – aber die allermeisten.

Rund 25 Biker rasten denn am Samstag beim freien Training, beim Qualifying und beim Finale die steile, fünf Meter hohe Startrampe hinunter, um anschließend meterweit durch die Luft zu segeln. Dabei zeigten sie Figuren, bei denen so manchem Zuschauer der Atem stockte. Witterungstechnisch hätte es kein größeres Kontrastprogramm zum Vorwochenende geben können. Fahrer und Publikum kamen zwischendurch in den Genuss einer Erfrischungsdusche mit dem Gartenschlauch vom benachbarten Tennisplatz.

Auf einem Podest links neben der Strecke, auch „Line“ genannt, thronten die „Judges“ – die Juroren. Das Team bestand aus Sebastian Koll und Lars Strohmaier, beide vom Bikepark Belsen, sowie dem Dirt-Profi Nico Scholze aus Filderstadt. Wegen einer Verletzung konnte Scholze nicht selber mitfahren. Die Jury verfolgte die „Jumps“ mit fachmännischem Blick. Tail-whips, Backflips, Frontflips, Three-Sixties und Seven-Twenties galt es unter anderem zu bewerten. Die Dirtbiker sprangen mit ihren Sportgeräten über zwei „Doubles“ in Folge. Diese bestehen aus einem Absprunghügel, Kicker genannt, und einem Landehügel. In den Tagen und Wochen vor dem Contest ackerten rund 20 Helfer, um die Anlage auf Vordermann zu bringen.

Dennis Herrmann kommentierte das Geschehen für alle gut hörbar über Lautsprecher. Unermüdlich animierte der Belsener die Zuschauer dazu, Beifall zu spenden: „Je lauter das Publikum ist, desto mehr hauen die Fahrer Tricks raus. Wenn Ihr fett was sehen wollt, müsst Ihr Lärm machen!“ Lärm machten nicht nur die Umstehenden: Aus den Boxen dröhnten Beats. Zwölf Biker qualifizierten sich fürs Finale am späten Nachmittag, darunter auch die Lokalmatadoren Till Eißler und Malik Haase. Zwei „Runs“ mussten absolviert werden. „Der hat was Krasses vor!“, kommentierte Herrmann voller Vorfreude Jannik Völks zweiten Run. Beim ersten zeigte der 17-jährige Böblinger am ersten Double einen „Superman“: Bei dem Trick werden die Beine nach hinten weggestreckt; eine Hand bleibt am Lenker, eine geht zum Sattel. Beklemmende Stille, als Völk im zweiten Durchgang am zweiten Hügel stürzte und nicht sofort aufstand – Szenenapplaus, als er wieder auf den Beinen war. Der Böblinger ging als Favorit in den Contest.

Ebenso wie Urs Reinosch, 25, aus Öhringen – der Vorjahressieger. Der 15-jährige Jakob aus Niederstaufen war am Samstag der jüngste Teilnehmer. Dennis Herrmann zeigte sich begeistert vom „Superman“ des 19-jährigen Sven Herrmann aus Schwäbisch Hall: „Schönes Ding!“ Etwas überdreht war der zweite Sprung von Felix Spöttl, 18, aus Niederhausen. In diesem Jahr konnten Fahrer in Belsen erstmals Punkte sammeln, die dann auch zur süddeutschen Freestyle-Tour dazuzählen. „Ich will jetzt, dass Ihr richtig ausrastet für Malik Haase“, ermunterte Herrmann das Publikum. Ganz offensichtlich spornte der Beifall Haase denn auch zu Höchstleistungen an: Am Ende landete der Metzinger, der für den TV Belsen fährt, ganz oben auf dem Treppchen, gefolgt von Alexej Dome (Kressbronn) und Jonny Kielhorn (Filderstadt).

Eine kleine Sensation gelang Till Eißler abschließend beim Wettbewerb „Best Trick“: Mit einem Double-Backflip, einem zweifachen Rückwärtssalto, gewann er den Contest. Weltweit gebe es nur etwa fünf Fahrer, die diesen Trick mit 16 Jahren bereits gesprungen sind, erklärte Tills Vater, Dirtbike-Abteilungsleiter Andreas Bibow. Auch viele Profis beherrschen ihn nicht.

Malik Haase und Till Eißler erfolgreich beim Dirtjump-Contest im Belsener Bike-Park
Spektakuläre Sprünge beim Dirtjump-Contest im Belsener Dirtbike-Park.Bild: Rippmann

Der Belsener Bikepark in Ernwiesen wurde im Herbst 2010 eröffnet. Den Anstoß für den Bau gab ein Jes-Projekt („Jugend engagiert sich“). Die Mössinger Jugendpflege mischte mit, eingebunden war das „Bahnprojekt“ in das Gewaltpräventionsprojekt „Bästenhardt life“. Die ehemalige BMX-Anlage neben den Tennisplätzen und gegenüber vom Skater-Park wurde von Jugendlichen in dreijähriger Bauzeit in einen Dirtbike-Park verwandelt. Der TV Belsen hat die Trendsportart vor vier Jahren als neue Abteilung bei sich aufgenommen. Der Belsener Dirtpark hat derzeit keine geregelten Öffnungszeiten. Wer das Fahren ausprobieren möchte, der kann bei schönem Wetter wochentags gegen Abend oder samstags auf der Anlage vorbeischauen.

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21.07.2014, 12:00 Uhr

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