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Kommentar

Man ist gespannt

Vor Gericht sind alle gleich. Deshalb mutet es nur auf den ersten Blick etwas seltsam an, dass der schwerreiche Erwin Müller sich bei seiner Schadensersatzforderung auf den Verbraucherschutz berufen kann, der verlangt, dass jeder bei seinem Wertpapierkauf über Inhalt und Risiken ausführlich informiert wird – der Unternehmer, der 50 Millionen investiert, ebenso wie Tante Erna, die fünf Daimler-Aktien für ihren Enkel kauft. So soll es sein.

11.04.2017
  • HELMUT SCHNEIDER

Ob es bei Erwin Müller so war, wird jetzt das Ulmer Landgericht entscheiden. Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass der Drogeriemarkt-König einen erklecklichen Batzen seines verlorenen Geldes wiedersehen wird.

Ob Erwin Müller so ahnungslos war, wie dies sein Anwalt darstellte, darf bezweifelt werden. Er hat nicht den komplizierten Cum-Ex-Deal im Detail erkannt, ihn aber wohl auch nicht erkennen wollen. Denn 2011 haben andere Großanleger damit viel Geld gemacht.

Müller ist schon deshalb kein unbedarfter Verbraucher, weil er mit Spekulationen auf den Schweizer Franken – auch kein einfaches Terrain – viele Millionen verloren hat.

Doch das spielt keine Rolle. Der Milliardär pocht auf sein Recht als Otto Normalverbraucher. Das steht ihm zu. Wie viel seines verlorenen Geldes ihm zusteht, muss das Gericht entscheiden. Man ist gespannt.

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11.04.2017, 06:00 Uhr

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