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Neue Hiobsbotschaft aus den USA

Manipulationsvorwurf gegen VW auf weitere 75 000 Premium-Fahrzeuge ausgeweitet

Die US-Umweltbehörden nehmen im VW-Abgas-Skandal weiter 75 000 Premium- Fahrzeuge ins Visier. Volkswagen legte derweil Vorschläge zur Beseitigung von Manipulations-Software in Diesel-Autos vor.

23.11.2015
  • DPA

Washington/Wolfsburg Für VW wird die US-Baustelle in der Abgas-Affäre immer größer. Die amerikanischen Umweltbehörden haben weitere 75 000 Autos ins Visier genommen. Vertreter des Konzerns hätten eingeräumt, dass sämtliche Diesel-Fahrzeuge der Marken VW und Audi mit 3,0-Liter-Motoren aus den Modelljahren 2009 bis 2016 mit einer verdächtigen Software ausgestattet seien, teilten die US-Umweltbehörden EPA und CARB mit.

Bei den von der jüngsten EPA-Mitteilung betroffenen Fahrzeugen handelt es sich der Behörde zufolge um den Volkswagen Touareg und den Porsche Cayenne sowie um verschiedene Luxusmodelle von Audi. Bereits am 2. November hatten die Umweltbehörden VW und die Konzerntöchter mit einem entsprechenden Verdacht konfrontiert. Bislang war aber nur wegen etwa 10 000 Wagen der Baujahre 2014 bis 2016 ermittelt worden.

Die Software ist eine andere, als die bereits als Schummelprogramm ("Defeat Device") überführte, deren manipulativen Einsatz bei Emissionstests von etwa 480 000 Diesel-Fahrzeugen mit 2,0-Liter-Motoren VW bereits im September eingestanden hatte. Die zweite verdächtige Software wird "Auxiliary Emissions Control Device" (AECD) genannt und betrifft auch die VW-Premiummarke Porsche. VW hat bislang stets abgestritten, dass die Software, um die es bei den 3,0-Liter-Modellen geht, ein Schummelprogramm ist.

Fest steht: CARB-Testergebnisse zeigten, dass Abgaswerte auf dem Prüfstand auch hier deutlich geringer ausfielen als im Normalbetrieb.

Ein Sprecher erklärte aber, bislang könne noch nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob das - wie bei den 2,0-Liter-Diesel-Modellen - an einer absichtlichen Manipulation liege. Ein Schuldgeständnis von VW liege bislang nicht vor. Auf jeden Fall habe es der Konzern versäumt, den US-Behörden den Einbau der strittigen Software vorschriftsgemäß zu melden und müsse nun mit Konsequenzen rechnen.

Ein VW-Sprecher wollte dies am Wochenende nicht kommentieren und verwies auf die Tochter Audi, die das Triebwerk federführend für den VW-Konzern entwickelt hat. Ein Audi-Sprecher bestätigte die Zahl der betroffenen Fahrzeuge aus den Modelljahren 2009 bis 2016. Er bekräftigte jedoch, die beanstandete Software sei kein Schummelprogramm. Es reagiere auf Umgebungstemperaturen und diene zum schnelleren Warmlaufen des Katalysators in der Aufheizphase.

Der Sprecher widersprach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", die Audi-Techniker hätten anerkannt, dass sie "Schummel-Software" eingesetzt hätten. Anders als bei Vier-Zylinder-Motoren könne die Software der Sechs-Zylinder-Motoren nicht erkennen, ob das Fahrzeug auf einem Prüfstand getestet werde. Man habe lediglich anerkannt, dass es sich um Software handele, die nicht ausreichend dokumentiert sei.

VW legte derweil in den USA für die rund 480 000 von der Affäre um manipulierte Messwerte bei Emissionstests betroffenen Fahrzeuge der Modelljahre 2009 bis 2015 mit 2,0-Liter-Motoren einen Rückrufplan vor. Dies teilten EPA und CARB mit. Details wurden zunächst nicht bekannt.

Die Aufseher haben nun bis zu 20 Geschäftstage Zeit, die Vorschläge zu prüfen. VW hat zum Zeitplan des Rückrufs bislang nur vage Angaben gemacht, betont aberweiterhin voll und ganz mit den Behörden zu kooperieren.

Manipulationsvorwurf gegen VW auf weitere 75 000 Premium-Fahrzeuge ausgeweitet
Die US-Umweltbehörden werfen auch der VW-Tochter Porsche vor, Abgaswerte zu manipulieren. Im Bild der Auspuff eines Porsche Cayenne. Foto: dpa

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23.11.2015, 12:00 Uhr

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