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Intimfotos ins Netz

Mann wollte sich an Ex-Freundin rächen

Weil er Nacktfotos seiner Ex-Freundin ins Internet gestellt hatte, muss sich nun ein 21-jähriger Mechatroniker aus dem Kreis Tübingen vor dem Amtsgericht verantworten.

24.06.2015
  • dhe

Tübingen. Der Angeklagte soll eine Vielzahl jugendpornografischer Schriften besessen und verbreitet haben, sagte Staatsanwalt Jan Vytlacil. Darunter seien auch zwei kinderpornografische Darstellungen. Der Mann war im Tatzeitraum ab März 2014 noch Heranwachsender.

Der 21-Jährige aus einer Tübinger Kreisgemeinde räumte die Anklagevorwürfe ein. Er war von Sommer 2010 (damals 17 Jahre alt) bis Oktober 2013 mit einer anfangs 14-jährigen Jugendlichen liiert. Die beiden sollen sich 2008 über Facebook kennengelernt und einander zwei Jahre lang geschrieben haben. Das erste Treffen sei 2010 gewesen.

Nachdem es an Silvester 2013 zum Bruch gekommen war, soll der Angeklagte Anfang März 2014 elf Intimfotos der Ex-Freundin ins Internet gestellt haben. Es handelte sich um englischsprachige Web-Angebote, darunter eines, das eine Aufforderung zur Vergewaltigung im Titel führt.

Die tausende von jugendpornografischen Bilddateien, die die Polizei bei ihm fand, will der Angeklagte über seinen „Sex-Blog“ unverlangt zugeschickt bekommen und nie kontrolliert haben. Vor dem Amtsgericht bestritt er am Dienstag, dass kinderpornografische Darstellungen darunter waren. Solche Blogs würden automatisch aktualisiert. Er habe immer darauf geachtet, dass er sich nur an Blogs beteiligte, bei denen es den Hinweis gab, die Models seien älter als 18 Jahre.

Die Jugendliche habe ihm die Fotos freiwillig zugesandt. „Zwischen uns lief eine Fernbeziehung. Uns trennten 130 Kilometer“, sagte der Mechatroniker. Auf seinem Rechner fand die Polizei zudem Nacktfotos und Videos, auf denen auch der Angeklagte zu sehen ist. „Das war alles Teil unserer Beziehung“, sagte der 21-Jährige. Seine damalige Freundin und er hätten einander auf die Distanz „bei Laune halten“ wollen.

Die Beziehung sei zerbrochen, weil die Jugendliche sich seinem besten Freund zugewandt hatte. Aus Frust und Hass habe er die Nacktfotos ins Netz gestellt. Er habe seine große Liebe und seinen besten Freund verloren und mit niemandem über alles reden können, weil der bisherige gemeinsame Freundeskreis nun Abstand hielt.

Weil sich der Angeklagte angeblich nicht mehr erinnert, wann er welche Fotos ins Netz gestellt hat, muss das Gericht noch den Polizeibeamten befragen, der die internetfähigen Geräte des 21-Jährigen durchforstet hat. Der Prozess wird am Dienstag, 30. Juni, fortgesetzt.

Info : Richter am Amtsgericht: Benjamin Meyer-Kuschmierz. Staatsanwalt: Jan Vytlacil. Verteidiger: Felix Buchmann.

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24.06.2015, 12:00 Uhr

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