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Karlsruhe

«Mannheimer Loch»: Streit steht vor dem Ende

Ein skurriler Streit um zwei nicht mehr existente Kunstinstallationen steht kurz vor dem Ende: Nach mehrjährigen juristischen Auseinandersetzungen könnte eine Künstlerin endgültig damit scheitern, die Kunsthalle Mannheim zum Wiederaufbau der Rauminstallation Mannheimer Loch («Hhole for Mannheim») und der Lichtinstallation «Pharadise» zu verpflichten.

26.04.2017
  • dpa/lsw

Karlsruhe. Die Werke waren jeweils im Zuge von Sanierung und Umbau des Museums abmontiert und damit zerstört worden. Die Richter des Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe deuteten während der Berufungsverhandlung am Mittwoch an, dass das Urheberrecht der Künstlerin hinter den Interessen der Stadt Mannheim als Betreiberin und Eigentümerin der Kunsthalle zurückzustehen hätten. Eine Entscheidung fällt frühestens am Donnerstag.

Damit kann die Künstlerin Nathalie Braun Barends wohl auch nicht mit Schadenersatz rechnen. Die OLG-Richter folgten in ihren vorläufigen Ausführungen denen des Landgerichts Mannheim. Dieses hatte Ende April 2015 geurteilt, dass die beklagte Stadt Mannheim berechtigt war, das Museum umzubauen und zu sanieren. Ein Recht auf Schadenersatz gibt es dann nicht. Die Kunstwerke seien auch nicht von so außergewöhnlicher Bedeutung gewesen, dass die Kunsthalle darauf hätte Rücksicht nehmen müssen. Braun Barends widersprach vehement. Statt sich mit ihr zu beraten, sei die Kunsthalle einfach über sie hinweggegangen. Sie habe nie damit rechnen können, dass Baumaßnahmen ihre Werke dauerhaft vernichten würden.

Die Lichtkonstruktion «Pharadise» war wegen dringender Sanierung einer maroden Kuppel vor Jahren abmontiert und seitdem nicht mehr aufgebaut worden. «Hhole for Mannheim», eine aus übereinanderliegenden Löchern bestehende Rauminstallation, zog sich ursprünglich durch sieben Ebenen eines Gebäudetrakts. Da dieser Trakt inzwischen komplett entkernt ist, existiert auch dieses Kunstwerk nicht mehr.

In der Vorinstanz waren die beiden Klagen abgewiesen worden. In Sachen Mannheimer Loch wurde die Stadt aber zur Zahlung von rund 66 000 Euro Honorar verurteilt. Ob das OLG dem folgt bleibt abzuwarten. Die Richter wollten dazu klären, wann die dreijährige Verjährungsfrist dazu tatsächlich begann und ob sie zum Zeitpunkt der Einreichung der Klage bereits verstrichen war. Beide Parteien hatten Berufung vor dem OLG eingelegt.

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26.04.2017, 17:01 Uhr | geändert: 26.04.2017, 15:02 Uhr

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