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Der englische Soldat

Manuel Kljajic ist Komparse in Roman Polanskis „Ghostwriter“

Auf einem der wohl letzten Fotos vor seiner Verhaftung posiert der Regisseur Roman Polanski mit einem Reutlinger: Manuel Kljajic, der in „Der Ghostwriter“ einen englischen Soldaten spielt.

06.02.2010
  • Marian Hertwig

Reutlingen. Der international erfolgreiche Regisseur Roman Polanski, zuletzt 2002 mit einem Oscar für seinen Film „Der Pianist“ ausgezeichnet und seit Herbst unter Hausarrest stehend, rekrutierte für sein neustes Werk einen Reutlinger Komparsen. Manuel Kljajic, im normalen Leben stellvertretender Geschäftsführer der Esso- Tankstelle in Lustnau, durfte in Polanskis neuem Film „Der Ghostwriter“.

In der deutsch-französisch-britischen Koproduktion „The Ghost Writer“ (nach dem Bestseller des Briten Robert Harris) spielen Pierce Brosnan, Kim Cattrall und Ewan Mc Gregor die Hauptrollen. Erzählt wird vom Ghostwriter eines früheren britischen Premierminister. Beim Verfassen der Memoiren des Politikers deckt der Autor lebensgefährliche Machenschaften auf.

Für Kljajic war der Polanski-Film nicht der erste Kontakt zum Set. „Alles hat mit James Bond angefangen“, sagt er. Kljajic hatte sich als „Ein Quantum Trost“, der letzte 007-Agenten-Film, gedreht wurde einfach bei einem Casting vorgestellt – und wurde genommen. „Damals dachte ich, da kann nichts größeres mehr kommen“, erzählt der 27-Jährige. Doch da hatte er schon „Filmblut geleckt“ und bewarb sich im Januar 2009 wieder, als er hörte, dass Roman Polanski in Deutschland drehen wird. „Es war wie ein Aprilscherz: Am 31. März haben die mich angerufen und gesagt, ich solle am 1. April nach Berlin kommen.“ Aus Manuel Kljajic wurde ein englischer Soldat, der sich sogar eine kurze Szene mit Pierce Brosnan teilte. Der Drehtag selbst war für Kljajic wie ein „Lottosechser“. „Als ich Polanski zuerst sah, dachte ich, ,wow, der ist voll klein’. Aber als er uns dann begrüßte, schien er so mächtig, da musste ich nach unten schauen“, schwärmt Kljajic.

Dabei ist Kljajic natürlich weit weg von einer Schauspielkarriere. „Das ist eher so ein Hobby. Aber in zehn Jahren mal eine Nebenrolle“ – das ist sein Traum. Er könne zum Beispiel gut einen Bösewicht spielen, ist sich der 27-Jährige sicher.

Am Drehtag hat der Reutlinger dann natürlich ein Foto mit Polanski gemacht – möglicherweise eines der letzten vor dessen Verhaftung. Deshalb habe er sogar Anfragen von Agenturen aus New York bekommen: „Die wollten mir ein paar Tausend Dollar dafür geben, aber ich habe Nein gesagt“. Kljajic wollte an Polanskis medialem Verriss nicht mitwirken. Er will, dass das Foto im Zusammenhang mit Polanskis Film gesehen wird. „Aber ich find's okay, dass er jetzt ins Gefängnis muss. Er hat schließlich etwas Schlimmes gemacht und dafür muss er auch gerade stehen“, fügt er hinzu. Polanski wurde Ende der 70er Jahre wegen Vergewaltigung einer 13-Jährigen verurteilt, entzog sich aber seiner Haftstrafe in den USA durch Flucht nach Europa.

Am 12. Februar fliegt Kljajic dann zur Premiere von „Der Ghostwriter“ nach Berlin. Die wird ohne Regisseur Polanski stattfinden. Und am 18. Februar startet der Polit-Thriller in Deutschland. Ob er Kljajic über Nacht berühmt machen wird? „Nein, das sind ja nur ein paar Sekunden, die ich da zu sehen bin“, lacht er. Aber wer sich dennoch interessiert, solle ihn doch in der Lustnauer Tankstelle besuchen. Da gibt es dann für alle, die ebenfalls vom großen Filmerfolg träumen, auch einen heißen Tip: „Einfach dran bleiben, an sich glauben und ein bisschen Glück – dann geht alles!“

Manuel Kljajic ist Komparse in Roman Polanskis „Ghostwriter“
Roman Polanski kurz vor seiner Verhaftung mit dem Reutlinger Manuel Kljajic. Für dieses in Berlin aufgenommene Foto von den Dreharbeiten zu „Ghostwriter“ boten US-amerikanische Agenturen dem Reutlinger ein paar Tausend Dollar. Doch Kljajic verkaufte nicht. Privatbild

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06.02.2010, 12:00 Uhr

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