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Katzen würden Vivaldi kaufen

Martin Seidler und Mario Ludwig boten tierischen Spaß in der Arkadenbuchhandlung

Was passiert, wenn ein Spaßvogel und ein Naturwissenschaftler gemeinsam auftreten? Es kommt beispielsweise zu einem amüsanten Abend über „Tierisches aus der Welt der Poesie – und die überraschende Wirklichkeit“.

09.11.2015
  • Gerhard Keck

Freudenstadt. So geschehen in der Arkadenbuchhandlung, wo Inhaberin Gudrun Krüper den SWR-Moderator Martin Seidler und den promovierten Biologen Mario Ludwig zu einer „extrem vergnüglichen Premieren-Veranstaltung“ willkommen hieß. Das zahlreiche Publikum durfte sich schließlich nicht nur an Erhellendem aus der Tierwelt erfreuen, sondern sich auch mit einem guten Tropfen einstimmen lassen und sich zum Ausklang an einem „tierischen Buffet“ delektieren.

Der eine – Martin Seidler – zeichnete für die Poesie verantwortlich, der andere – Mario Ludwig – rückte mit wissenschaftlicher Akribie manche Vorurteile und Fehlinterpretationen zurecht. Dass zwischendurch kleine Rollenspiele als didaktische Krücken und Rezitations-Assistenz aus den Reihen der Gäste Eingang fanden, vermittelte dem munteren Schlagabtausch zusätzliche Würze.

Poesie und die tierischen Wahrheiten

Seidler, prominentes „Kaffee oder Tee?“-Gesicht des Südwestrundfunks, ist natürlich ganz Profi. Die Poesie bleibt bei ihm nicht leidenschaftsloses Heruntergeleiere von Strophen und Versen. Er zelebriert Wilhelm Busch, Heinz Erhardt, Erich Kästner oder auch Otto Waalkes, kann aber auch hurtig den Schalter vom Humoristischen zum Ernsthaft-Stimmungsvollen (ach ja, Rilke) umlegen.

Mario Ludwig, gefragter TV-Talk-Gast und Autor von mehreren Dutzend Büchern, auch über die verblüffende Tierwelt, verkörpert eher die seriöse Seite des Duos. Wenn beispielsweise Heinz Erhardt humoristisch das gefiederte Volk besingt, erklärt Mario Ludwig, weshalb die Spatzen ihr Nest aus gutem Grund mit Zigarettenkippen umgeben. Das staunende Publikum erfährt, weshalb der Specht trotz vieltausendfachen Klopfens kein Kopfweh gewärtigen muss. Wilhelm Buschs „Esel“ legt die Redensart von der „Eselsbrücke“ nahe. Was dahinter steckt, bleibt an diesem Abend auch kein Geheimnis. Der „Liebling der Feministinnen“ aber ist der Borstenwurm aus dem simplen Grund: Entfernt man dem Männchen das Gehirn, wird es zum Weibchen.

So werfen Seidler und Ludwig einander die Bälle zu, lassen manch lockeren Spruch oder Witz vom Stapel, auch wenn die Pointe im einen oder anderen Fall erst mit Verzögerung zündet. Da fragen sie scheinheilig ins Publikum, ob das Thema Sex opportun erscheint, und können sich doch sicher sein, dass dem so ist. Dass Igel sich in der „Missionarsstellung“ fortpflanzen, liegt daran, dass sie um die fraglichen Organe mit nur wenigen Stacheln bewehrt sind und somit die Verletzungsgefahr recht gering ist. Viele Affen reagieren auf Pornofilme in der Art, dass sie flugs in Aktion treten.

Ebenfalls interessant: Englische Igel haben ein massives Alkoholproblem, und schuld daran sind die Hobbygärtner mit ihren Bierfallen, mit denen sie die Nacktschnecken anlocken, die wiederum den Igeln zum Opfer fallen.

So mancher mit Baumsaft abgefüllte Hirschkäfer findet sich unversehens auf dem harten Boden der Realität wieder. Die „coolsten Säufer im Tierreich“ sind allerdings Amsel, Drossel, Fink und Star, denn ein bestimmtes Enzym verhilft ihnen zur Trinkfestigkeit. Möglicherweise rührt daher ihre Freude am Liedgut.

Welt des Humors und Augenzwinkerns

Katzen würden Vivaldi kaufen, denn sie stehen auf klassische Musik, die mit ihrem Herzrhythmus korrespondiert. Bliebe noch zu bemerken, dass männliche Panther im Handstand pinkeln, weil sie durch die höher angesetzte Markierung die Rivalen, die eigene Potenz betreffend, täuschen wollen.

Nach knapp eineinhalb Stunden endete unter dem lebhaften Beifall des Publikums die „Welt des Augenzwinkerns und Humors“, die Martin Seidler und Mario Ludwig entfaltet hatten.

Martin Seidler und Mario Ludwig boten tierischen Spaß in der Arkadenbuchhandlung
Buchhändlerin Gudrun Krüper hatte zu einem Abend über Tierisches in Poesie und Realität Mario Ludwig (links) und Martin Seidler (rechts) zu Gast. Bild: gk

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09.11.2015, 12:00 Uhr

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