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Ein Fluss, zwei Männer

Martin Tschepe und Volker Heyn wollen den Neckar von der Quelle bis zur Mündung durchschwimmen

„Bahn 9“ heißt das ambitionierte Projekt von Volker Heyn und Martin Tschepe, und es dürfte die längste Bahn werden, die der Architekt und der Redakteur ab 13. Juni durchschwimmen: Das Duo möchte den Neckar von der Quelle bis zur Mündung bewältigen. Die Männer wollen sich damit einen Jugendtraum erfüllen und dabei Geld sammeln, um Schwimmkurse für Menschen mit Behinderung anzubieten.

11.06.2015
  • Cristina Priotto

Sulz/Tübingen. Das Sportbecken des Schwimmvereins Ludwigsburg hat acht Bahnen. Wenn Martin Tschepe und Volker Heyn dort als Jugendliche trainierten, sagte der Bademeister, wer nach der Schließung weiterschwimmen wolle, könne auf Bahn 9 ausweichen. Gemeint war der Neckar, und deshalb heißt das Vorhaben des Duos auch „Bahn 9“.

Jahrzehnte lang war der viertgrößte Zufluss des Rheins aber zu schmutzig, um darin zu schwimmen. „Die Idee hatten wir seit Jahrzehnten immer mal wieder im Kopf“, erzählt Tschepe, der auf Sylt und in Ludwigsburg aufwuchs und in der Nordsee schwimmen lernte.

Konkret wurde die Vorbereitung im Jahr 2008, als der Ludwigsburger Schwimmverein sein 100-jähriges Bestehen feierte. Damals beschlossen der Redakteur der „Stuttgarter Zeitung“ und sein Schwimmkollege, Architekt Volker Heyn, wie Anno dazumal zu schwimmen, als es noch keine Freibäder gab – also im Neckar.

Seitdem trainiert das Duo fast täglich für das große Abenteuer, häufig im Schwimmbad, zuletzt aber vor allem im Neckar. Schließlich gilt es, täglich eine Distanz von 30 Kilometern zu schaffen.

Bedenken, dass ein Schluck Wasser an der falschen Stelle auf den Magen schlagen könnte, haben Tschepe und Heyn nicht. Eher sind die Sportler in Sorge, dass bei Starkregen Treibholz eine Gefahr darstellen und der Fluss dann für die Schifffahrt und für Schwimmer gesperrt werden könnte.

Eine Erlaubnis benötigen die Rekord-Aspiranten übrigens nicht: Dem Schifffahrtsamt haben die Ludwigsburger ihre Pläne mitgeteilt. „Die einzige Auflage ist, dass wir die Schleusen umlaufen“, so Martin Tschepe.

Auf ihre Gesundheit müssen die Neckarschwimmer selbst achten: „Wir sagen nicht, dass wir 100-prozentig durchkommen, denn es kann immer was passieren – aber wir wollen schon ankommen“, betont der 50-jährige Tschepe. Die zweite Juni-Hälfte haben die Langstreckenschwimmer gewählt, weil da die Tage am längsten sind – um also auch abends noch den Neckar kraulend durchpflügen zu können.

Volker Heyn und Martin Tschepe schwimmen in Neopren-Anzügen, ansonsten ist die Ausrüstung auf das Nötigste reduziert: Jeder der Männer zieht im Wasser einen Schwimmsack mit rund vier Kilogramm Gepäck hinter sich her. Der Inhalt: zwei T-Shirts, eine Unterhose zum Wechseln und eine Zahnbürste. Zur Halbzeit in Ludwigsburg gibt‘s frische Wäsche.

Da das Duo Familie, Öffentlichkeit und Sponsoren von unterwegs auf dem Laufenden halten möchte, sind auch ein wasserfester Tablet-PC und zwei Smartphones dabei.

Die Nächte werden Heyn und Tschepe bei privaten Übernachtungsgelegenheiten oder in Hotels verbringen.

Eine besondere Ernährung peilen die Rekordschwimmer nicht an: „Wir werden ordentlich frühstücken und mittags und abends ganz normal essen“, kündigt der Redakteur an. Auf spezielle Sportlernahrung soll verzichtet werden.

Die beiden Schwimmerprobten begeben sich aber nicht nur aus Abenteuerlust auf die 300 Kilometer lange Strecke. Neben dem Ankommen ist das zweite Ziel, durch Sponsoren und Spenden Geld zu sammeln, um in Ludwigsburg Schwimmkurse für Menschen mit Behinderung anbieten zu können.

Ins Wasser steigt das Duo am 13. Juni in Sulz am Neckar. Bis dorthin müssen der 44-jährige Heyn und sein sechs Jahre älterer Begleiter von der Neckarquelle in Schwenningen aus mit dem Fahrrad fahren. Von Sulz aus geht’s auf die erste Schwimm-Etappe nach Horb und dann am Sonntag nach Tübingen.

Wenn alles klappt, will das Duo am 24. Juni die Mündung in Mannheim erreichen. Dort sind noch einige Züge im Rhein geplant.

Info Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bahn9.de und auf Facebook unter „Bahn9“.

Martin Tschepe und Volker Heyn wollen den Neckar von der Quelle bis zur Mündung durchschwimmen

13. Juni: Schwenningen-Sulz (Fahrrad) und Sulz-Horb (Schwimmen)
14. Juni: Horb-Tübingen
15. Juni: Tübingen-Neckarhausen
16. Juni: Neckarhausen-Esslingen
17. Juni: Esslingen-Remseck
18. Juni: Remseck-Ludwigsburg
19. Juni: Ludwigsburg-Kirchheim
20. Juni: Kirchheim-Neckarsulm
21. Juni: Neckarsulm-Zwingenberg
22. Juni: Zwingenberg-Hirschhorn
23. Juni: Hirschhorn-Heidelberg
24. Juni: Heidelberg-Mannheim

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11.06.2015, 12:00 Uhr

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