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Rathauserweiterung in Kirchentellinsfurt

Martinshof und Rathausplatz sollen einbezogen werden

Eine neue Kostenberechnung und Materialmuster für den Rathausanbau in Kirchentellinsfurt wurden am Montag dem Technischen Ausschuss präsentiert. Alles wird teurer, was die Räte aber nicht erschütterte.

25.07.2012
  • Stephan Gokeler

Kirchentellinsfurt. Schon beinahe zwei Jahre alt ist die letzte Kostenberechnung für den geplanten Rathauserweiterungsbau. Nun sind die Planungen soweit vorangeschritten, dass die ersten Auftragspakete im Herbst ausgeschrieben werden könnten – Zeit, auch die Preise neu zu ermitteln.

Planer Gerhard Loew vom Büro „Riehle und Assoziierte“ hatte für den Technischen Ausschuss einige schwere Brocken im Gepäck. Auf 2,7 Millionen Euro und damit rund 430 000 Euro mehr als bei der letzten Kostenermittlung taxierte er die Gesamtkosten.

Um rund zehn Prozent gestiegen seien die Preise wegen der Hochkonjunktur am Bau, erläuterte Loew. Hinzu kommen Anforderungen des Brandschutzes wie mehrere bei Rauchentwicklung automatisch schließende Türen.

Dass die technischen Anlagen im Vergleich zum Stand vor zwei Jahren gleich um 34 Prozent teurer werden sollen, hat aber auch mit zusätzlichen Wünschen zu tun. So wurde eine extra Stromversorgung für Feste außerhalb des Rathauses in Form versenkbarer Poller neu eingeplant, ebenso eine Beschallungsanlage für den Ratssaal.

Mit Photovoltaik und Erdwärmepumpe

Mit 40 000 Euro zusätzlich schlägt eine ins Dach integrierte Photovoltaikanlage zu Buche, deren Paneele optisch mit den vorgesehenen Glattziegeln weitgehend identisch sind. „Damit könnten wir ein Zeichen setzen, wie Photovoltaik auch im Ortskern eingesetzt werden kann, ohne störend zu wirken“, argumentierte Ortsbaumeister Martin Lack.

Zudem sei die Investition in Sonnenstrom lohnend. Eine Verzinsung von 2,8 Prozent errechneten die Planer, weil der Strom weitgehend für den Eigenverbrauch des Gebäudes verwendet würde. Dessen Beheizung soll nämlich durch eine Erdwärmepumpe erfolgen. Die ursprünglich ins Auge gefasste Wasser-Luft-Wärmepumpe, die über Brunnenwasser gespeist werden sollte, kann nicht verwirklicht werden. Die Wassermenge, die der Brunnen liefert, reicht nicht aus.

Weiter gefasst wurde auch der Bereich der Außenanlagen ums Rathaus herum, der gestalterisch angepasst werden soll, um „Flickenteppiche zu vermeiden“, wie Lack es formulierte. Komplett einbezogen werden nun der Martinshof und der Rathausplatz, auch ein Wasserspiel könnte in diesem Bereich seinen Platz finden. Dafür sind 100 000 Euro zusätzlich eingeplant, denen aber auch Zuschüsse aus dem Ortskernsanierungsprogramm in Höhe von 84 000 Euro gegenüberstehen.

Praktisch unverändert blieb die Auswahl der vorgesehenen Materialien für den Neubau. Die Fassade des Erweiterungsbaus soll mit Gauinger Travertin-Kalkstein aus der Nähe von Zwiefalten aufgemauert werden. Die Giebel sind komplett in Glas vorgesehen, allerdings in verschiedener Ausführung. Dort, wo Ratssaal und Besprechungsraum im Dachgeschoss angrenzen, soll es durch elektrische Schaltung einer kristallinen Schicht im Glas zum Sonnenschutz abdunkelbar sein. Auf der Ostseite wurde der Glasgiebel gegenüber den bisherigen Plänen etwas zurückversetzt, so dass an dieser Seite nun ein Dachvorsprung ausgebildet ist. Dies erleichtert im Notfall Rettungsmaßnahmen.

Im großen Sitzungssaal ist ein Eiche-Stabparkett eingeplant, die Büros sollen mit Kugelgarn-Teppich ausgelegt werden, die übrigen Böden erhalten dunkle Fliesen als Belag. Der barrierefreie Verbindungsbau zum alten Rathausgebäude erhält ebenfalls eine durchgängige Glasfassade, die nach Vorstellung der Planer mit einer Art Ortschronik oder einem Luftbild der Gemeinde bedruckt werden könnte.

Martinshof und Rathausplatz sollen einbezogen werden
Der geplante Anbau (hinten) ans alte Kirchentellinsfurter Rathaus (links).

Die Mehrkosten, nach Abzug der erwarteten Zuschüsse rund 379 000 Euro, könnte die Gemeinde aus ihren Rücklagen finanzieren. Stimmt der Gemeinderat nach der Sommerpause den überarbeiteten Plänen und dem neuen Kostenrahmen zu, sollen umgehend die Rohbau- und Elektroarbeiten sowie Heizungs- und Aufzugbau ausgeschrieben werden. Der Ausschuss empfahl dies bei Enthaltung von Barbara Krahl (RAT).

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25.07.2012, 12:00 Uhr

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