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Mordprozess

Martyrium mit tödlichem Ende

Ein 37-Jähriger soll seine Ex-Freundin erstochen haben. Zeugen belasten ihn.

17.11.2016
  • KRISTINA BETZ

Ulm. Am zweiten Prozesstag um einen 37-Jährigen, der im April seine Ex-Freundin im Beisein der gemeinsamen Kinder in einer Metzgerei in Donzdorf (Kreis Göppingen) erstochen haben soll, zeigen Zeugen, welches Martyrium das Opfer schon Wochen vor der Tat durchleiden musste – und wie absehbar die Tat war.

Unter anderem sagte der neue Lebensgefährte des Opfers aus. Von ihm war die 25-Jährige zum Tatzeitpunkt im dritten Monat schwanger. Er beschuldigte den Angeklagten schwer: Die Getötete habe ihm von Misshandlungen und Morddrohungen erzählt. Auch die beste Freundin des Opfers stützt diese Vorwürfe. Er habe das spätere Opfer blutig geschlagen, ihr Arm und Fuß gebrochen und sie bereits vor der Attacke in der Metzgerei mit einem Messer bedroht. Bei der Freundin waren die drei, fünf und sechs Jahre alten Kinder nach der Tat untergebracht. Auch heute noch sprächen die Kinder viel über die traumatischen Erlebnisse. Die drei sind in einem Kinderheim untergebracht. Sie werden psychologisch betreut. Besonders beschäftigte das Gericht die Frage, ob der Angeklagte vor der Tat vom neuen Partner sowie der Schwangerschaft wusste. Die beste Freundin des Opfers ist sich sicher: „Er wusste das ganz genau.“ Ein Cousin des Angeklagten habe außerdem bereits vor der Tat von dessen Mordplänen gewusst.

Vor Gericht trat auch eine Zeugin auf, die die Behauptungen des Angeklagten stützt. Dieser behauptet, nicht die Absicht gehabt zu haben, seine Ex-Partnerin zu töten. Er sei trotz Kontaktverbots zu ihr nach Donzdorf gefahren, um mit ihr über die Kinder zu sprechen. Ein Messer habe er nur bei sich gehabt, um es dann zu seiner neuen Arbeitsstelle in einem türkischen Supermarkt mitzunehmen, bei der er an der Fleischerei-Theke aushalf. Die Marktleiterin bestätigte: Er hätte sie gefragt, ob er ein eigenes Messer mit zur Arbeit bringen könne. Der angestellte Metzger habe sich über stumpfe Messer beschwert.

Ein Urteil wird Ende November erwartet. Kristina Betz

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17.11.2016, 06:00 Uhr

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