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Matar a todos - Alle töten

Politthriller, in dem eine junge Staatsanwältin im Rahmen ihrer Ermittlungen mit der eigenen Familiengeschichte konfronti

Politthriller, in dem eine junge Staatsanwältin im Rahmen ihrer Ermittlungen mit der eigenen Familiengeschichte konfronti

Uruguay

Regie: Esteban Schroeder
Mit: Roxana Blanco, Walter Reyno, César Troncoso

- ab 0 Jahren

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23.11.2015

Der kalte Krieg war in Lateinamerika ein heißer, erklärt eine Tafel zum Vorspann. Zehntausende fielen den Militärdiktaturen der sechziger bis achtziger Jahre zum Opfer. In seinem Vernichtungswahn ließ der chilenische Diktator Augusto Pinochet sogar das hochgiftige Nervengas Sarin erproben und an Regimegegnern anwenden.

Jahre später, als die drei Film-Schauplätze Uruguay, Argentinien und Chile bereits als Demokratie firmieren, wird eine Staatsanwältin in Montevideo zufällig mit dem mysteriösen Auftauchen und Verschwinden eines Chilenen konfrontiert. Schnell wird klar, dass es sich um Eugenio Berríos, den Chefgiftmischer Pinochets, handelt. Aber was hat der weltweit Gesuchte in Uruguay verloren? Warum werden der jungen Frau bei ihren Nachforschungen von allen Seiten Steine in den Weg gelegt? Und wie ist ihr eigener Vater, vor seiner Pensionierung ein ranghoher Offizier, in die Sache verstrickt?

Realer Hintergrund des Films ist die so genannte „Operation Condor“, die enge Zusammenarbeit lateinamerikanischer Regierungen bei der Ermordung von „Subversiven“ – und wie sie nach dem Ende der Diktaturen von den Verantwortlichen beinahe erfolgreich vertuscht wurde.

Die Aufarbeitung des mörderischen Komplotts durch den uruguayischen Regisseur Esteban Schroeder ist inhaltlich aufschlussreich, filmisch aber nur teilweise gelungen. Zu spröde hangelt sich die Wahrheitssuche der Staatsanwältin, die einst selbst Folteropfer war, von Gewährsmann zu Gewährsfrau, und trotz Dauerpräsenz gewinnt die Hauptfigur kaum psychologische Konturen. Mehr belastend als bereichernd ist die Vermengung von privatem und politischem Konfliktstoff – als konzentrierter Politthriller ohne Familientragödie hätte „Matar a todos“ womöglich mehr Überzeugungskraft entfaltet.

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23.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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