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Ein Ort der Gemeinschaft

Matthäus-Alber-Haus feierlich eröffnet

Das Matthäus-Alber-Haus wurde im vergangenen Jahr grundlegend saniert und zum modernen Gemeindezentrum umgebaut. Am Wochenende wurde es feierlich eröffnet.

08.02.2010
  • Julia Müller & Katharina Mayer

Reutlingen. Als einen Ort, „wo Gemeinschaft gelebt wird und sich die Menschen begegnen“, wünschte sich Marienkirchen-Pfarrer Sven Gallas das Matthäus-Alber-Haus anlässlich der Wiedereröffnung des Gebäudes am Freitag Abend. Zum Gottesdienst, dem ersten offiziellen Akt, versammelten sich über 200 Menschen, die gemeinsam für den Segen des umgebauten Gemeindehauses beteten.

Um einen „Marathon der Grußworte“ zu umgehen, lud Dekan Jürgen Mohr im Anschluss der Andacht zur Talkrunde aufs Podium. Der frühere Vorsitzende des evangelischen Gesamtkirchengemeinderats Professor Martin Plümicke lobte die moderne Gestaltung des Hauses, das in den 50er Jahren gebaut und jetzt umfassend saniert und um ein ganzes Stockwerk erweitert wurde.

Jetzt beherbergt es neben dem neuen Gemeinde- und Jugendräumen auch verschiedene Dienststellen, schließlich hat man sich laut Dekan Jürgen Mohr dazu entschieden, „dort die Verwaltung anzusiedeln, wo die Innenstadtgemeinde ihre Räume hat.“ Zumal ein eigenes Verwaltungsgebäude „aus wirtschaftlichen Gründen“ nicht sinnvoll sei. Nun also gilt das Credo: „Weniger Raum und weniger Energie rauspulvern.“ Plümicke erinnerte daran, dass auch die Leonhardskirche, die am vergangenen Wochenende als Gotteshaus entwidmet wurde (wir berichteten) als Gemeindehaus im Gespräch war.

Fruchtbare Zusammenarbeit

Aus finanziellen und pragmatischen Gründen sei die Entscheidung aber auf das Matthäus-Alber-Haus, das zentraler und näher an der Marienkirche liegt, gefallen. Durch den geplanten Abriss des Gebäudes Klosterstraße 2 könne man sogar einen kleinen Gemeindegarten realisieren. Plümicke, der selbst aus der Leonhardsgemeinde kommt, hoffte, dass der Charme der Kirche im neuen Gemeindehaus weiterlebt.

Kirchenpfleger Herbert Märkle freute sich über die Zusammenlegung der kirchlichen Verwaltungsstellen, die nun möglich wird. Dadurch könnten sie endlich nach fachlichen Gesichtspunkten organisiert werden. Auch die Ökologie habe bei dem Bau eine wichtige Rolle gespielt: Eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach und die Heizung per Fernwärme der Stadt garantierten die Umweltfreundlichkeit des evangelischen Gemeindehauses, betonte Architekt Wolfgang Riehle. Die Zusammenarbeit zwischen kirchlicher und bürgerlicher Gemeinde ist sehr fruchtbar“, sagte Oberbürgermeisterin Barbara Bosch. Das zeige sich an den zahlreichen sozialen Einrichtungen der Kirche. Die Jugendarbeit werde das Evangelische Stadtjugendwerk im Gemeindehaus organisieren, versprach Miriam Ghreieb als Vertreterin der Einrichtung.

Im Anschluss an die Gesprächsrunde konnten die interessierten Besucher/innen in Gruppenführungen die renovierten und neuen Räumlichkeiten des Matthäus-Alber-Hauses besichtigen. Das konnten die Besucher/innen auch beim Tag der offenen Tür am Samstag im Matthäus-Alber-Haus – eine Möglichkeit, die zahlreiche Gäste wahrnahmen. Dabei war sowohl für die Unterhaltung der jüngeren Kinder bestens gesorgt als auch für die der Jugendlichen, die sich mit einer „virtuellen Rockband“ beschäftigen oder ein Quiz zum Reformator Matthäus Alber lösen konnten. Moderiert von Sabine Großhennig und Klaus Dieter Scholz wurde der neue Jos-Weiß-Saal sodann auf seine Kulturtauglichkeit getestet: vom Bach-Ensemble über den Posaunenchor bis hin zum Kabarett-Duo Don Camillo wurde der Saal unter dem Motto „keine halben Sachen“ bespielt.

Dennoch, so ganz abgeschlossen ist die Sanierung noch nicht. Weder die weitere Innenausstattung der Jugend- und Gemeinderäume, noch die künstlerisch-sakrale Ausgestaltung des Saale waren im Bauvolumen enthalten. Derzeit beläuft sich der Spendenstand auf gut 8 500 Euro, insgesamt benötigt werden aber rund 30 000 Euro.

Als nächstes wird der Marchtalerhof saniert

4,365 Millionen Euro hat der erste Bauabschnitt, der Umbau des Matthäus-Alber-Hauses gekostet. Der zweite Abschnitt umfasst nun die Sanierung des benachbarten Marchtaler Hof, den Abriss des Gebäudes in der Klosterstraße 2 sowie die Gestaltung der Außenanlagen und ist auf rund eine Million kalkuliert. Im Marchtaler Hof soll unter anderem eine Notenbibliothek untergebracht werden. Zunächst wurde das mittelalterliche Gebäude dentrochronologisch untersucht. In enger Absprache mit den Denkmalschützern soll möglichst bald mit der Sanierung begonnen werden.

Matthäus-Alber-Haus feierlich eröffnet
Der neue Jos-Weiß-Saal im Matthäus-Alber-Haus hat seine Bewährungsprobe mit Bravour bestanden. Beim Festakt am Freitagabend freute sich Oberbürgermeisterin Barbara Bosch mit dem Hausherren Dekan Jürgen Mohr (rechts im Bild), dem Architekten Wolfgang Riehle (zweiter von rechts ) und zahlreichen Gästen. Bild: Haas

Matthäus-Alber-Haus feierlich eröffnet
Schmackhafter Auftakt im runderneuerten Gemeindehaus: Beim Tag der offenen Tür am Samstag konnten die Gäste Spätzlepfanne mit oder ohne Shrimps genießen. Bild: Haas

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08.02.2010, 12:00 Uhr

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