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„Psycho“ neu interpretiert

Matthias Brandt erzählt die Geschichte des Norman Bates in der Reutlinger Stadthalle

Schauspieler Matthias Brandt, 53, kommt am Samstag zu einer szenischen Lesung in die Reutlinger Stadthalle und interpretiert dabei das filmische Jahrhundertwerk „Psycho“ von Alfred Hitchcock neu. „Das ist ein schöner Anlass, erstmals nach Reutlingen zu kommen“, sagt Brandt im TAGBLATT-Interview.

16.01.2015
  • Interview: Uschi Kurz & Thomas de Marco

TAGBLATT: Sie sind am Samstag mit der szenischen Lesung „Psycho – Fantasie über das kalte Entsetzen“ in Reutlingen zu Gast. Die Wirklichkeit jagt einem momentan reale Schauer über den Rücken. Wie gehen Sie als Schauspieler mit dem jüngsten Terroranschlag in Paris um?“

Matthias Brandt: Damit gehe ich als Mensch um, nicht als Schauspieler. Mich hat das natürlich sehr schockiert. Ich bin aber auch beeindruckt von der Vehemenz, mit der diesem soziopathischen Angriff auf eine freiheitliche Lebens- und Denkart begegnet wird.

Wurden Sie aufgrund einer Ihrer Rollen schon einmal bedroht?

Nein.

Was halten Sie davon, dass der Film-Start von „Das Interview“ zunächst aufgrund von Drohungen aus Nord-Korea verschoben wurde?

Wissen Sie, mich würde es in dieser Sache nichts kosten, mehr Mut zu fordern. Deshalb lasse ich’s.

Wie kann man die „Pegida“-Bewegung in der Öffentlichkeit kritisieren, ohne ihr dadurch noch größeren Zulauf zu verschaffen? Sehen Sie hierin eine Aufgabe der Künstler?

Ich finde eigentlich nicht, dass Künstler prädestiniert sind, sich politisch zu äußern. Aber was Ihre Frage betrifft: Das ist mir zu taktisch gedacht. Wenn ich etwas falsch finde, möchte ich das benennen können.

Als Schauspieler haben Sie den DDR-Spion Günter Guillaume verkörpert, dessen Enttarnung schließlich zum Rücktritt Ihres Vaters führte. Wie groß war die Überwindung für Sie, diese Rolle anzunehmen?

Es hat mich niemand gezwungen. Das war einfach eine interessante Aufgabe. Auch in dieser speziellen Konstellation.

Zu Ihrem Auftritt in Reutlingen: Wie oft haben Sie selbst den Film „Psycho“ schon gesehen und wie sind Sie auf die Romanvorlage gestoßen?

Der Film ist ein Meisterwerk, ich weiß gar nicht, wie oft ich den schon gesehen habe. Zweistellig jedenfalls. Vom Roman habe ich überhaupt erst erfahren, als man mich vor Jahren fragte, ob ich ihn für’s Radio lesen möchte.

Was darf das Publikum am Samstag von der szenischen Lesung erwarten?

Ich arbeite mit dem wunderbaren Jens Thomas zusammen, der nicht nur ein großartiger Pianist und Stimmperformer ist, sondern auch ein an großen europäischen Theatern arbeitender Bühnenmusiker. Kurz gesagt, erzähle ich die Geschichte des Norman Bates und Jens improvisiert dazu einen Soundtrack. Kein Abend gleicht dem anderen.

Waren Sie zuvor schon einmal in Reutlingen?

Leider nicht. Aber „Psycho“ ist, finde ich, ein schöner Anlass.

Matthias Brandt erzählt die Geschichte des Norman Bates in der Reutlinger Stadthalle
„Ich bin auch beeindruckt von der Vehemenz, mit der diesem soziopathischen Angriff auf eine freiheitliche Lebens- und Denkart begegnet wird“: Schauspieler Matthias Brandt zur Reaktion auf die Anschläge in Paris.

Matthias Brandt, 53, ist einer der bekanntesten deutschen Schauspieler und ist unter anderem mit der Goldenen Kamera, dem Deutschen Fernsehpreis, dem Grimme-Preis und dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet worden. Der Sohn des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt liest am morgigen Samstag, 17. Januar, 20 Uhr, im Großen Saal der Stadthalle Reutlingen. Mit dem Pianisten und Sänger Jens Thomas widmet er sich in einer szenischen Lesung „Psycho“ von Alfred Hitchcock. Matthias Brandt greift in seiner Interpretation von „Psycho – Fantasie über das kalte Entsetzen“ auf Elemente aus der literarischen Vorlage von Robert Bloch zurück. Jens Thomas, von der „Süddeutschen Zeitung“ als „Jimi Hendrix des Flügels“ bezeichnet, improvisiert zu der inszenierten Lesung einen Soundtrack. Der Abend ist nicht festgelegt oder routiniert einstudiert, vielmehr lebt er von der intensiven, spontanen Interaktion zwischen beiden Akteuren. Ihre „Fantasie über das kalte Entsetzen“ wird deutschlandweit von Publikum und Kritik bejubelt. Karten sind an der Abendkasse erhältlich.

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16.01.2015, 12:00 Uhr

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