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Absturzursache weiter unklar

Medizinische und Kripo-Untersuchungen lieferten bislang keinen Hinweis zum Tod eines Fallschirmspringers

Der bei der Eutinger Schau „Mobile Legenden“ zu Tode gestürzte Fallschirmspringer war nicht bewusstlos, sein Reserveschirm anscheinend intakt. Jetzt soll ein Sachverständiger die Unfallursache klären.

22.06.2015
  • Ulrich Eisele

Rottenburg/Eutingen. Die Ermittlungen des Kriminalkommissariats Tübingen zu dem tödlich verunglückten Fallschirmspringer lassen bislang keine eindeutigen Aussagen über die Absturzursache zu. Der 64-Jährige aus dem Kreis Rottweil war bei einer Vorführung des Fürstenberg-Fallschirm-Teams als erster aus dem Flugzeug gesprungen. Sein Schirm hatte sich nicht richtig entfaltet, sein Reservefallschirm blieb ungeöffnet. Er schlug auf einem Maisfeld in der Nähe des Eutinger Fluggeländes auf.

Die von der Kriminaltechnik durchgeführte Überprüfung des Fallschirmsystems hat nun ergeben, dass der Hauptschirm vom Springer ordnungsgemäß abgetrennt wurde, nachdem er sich nicht richtig entfaltet hatte. Bei der Inspektion des Reservefallschirms konnten augenscheinlich keinerlei Mängel bezüglich der Funktionsfähigkeit festgestellt werden. Es muss also nach derzeitigem Ermittlungsstand davon ausgegangen werden, dass der Springer die Reißleine des Reserveschirms aus bislang unbekannten Gründen nicht gezogen hat.

Jeder Fallschirm ist darüber hinaus noch zusätzlich mit einer Öffnungsautomatik versehen, die im äußersten Notfall ohne weiteres Zutun den Reserveschirm zur Auslösung bringt. Die Öffnungsautomatik muss allerdings manuell vor dem Sprung aktiviert werden. Ob das Unfallopfer dies vor dem Sprung gemacht hat, ist noch nicht bekannt und muss in weiteren Untersuchungsschritten überprüft werden.

Nachdem bislang keine technischen Mängel als Ursache für das Unglück gefunden wurden, ordnete die Staatsanwaltschaft eine Obduktion des Leichnams an. Diese wurde am vergangenen Donnerstag im Klinikum in Reutlingen durchgeführt. Nach vorläufigem Befund wurden auch dabei keine Hinweise für einen medizinischen Notfall gefunden – etwa, dass der Springer aufgrund einer Bewusstlosigkeit, Verletzung oder ähnlichem nicht mehr in der Lage war, seinen Reserveschirm zu öffnen.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Tübingen wird nun ein Sachverständiger beauftragt, die Unfallursache in Verbindung mit einer Prüfung der verwendeten technischen Fallschirmkomponenten festzustellen.

Erster Unfall in 35 Jahren Clubgeschichte

Das Fürstenberg-Fallschirm-Team und die gleichnamige Brauerei trauert um den Verstorbenen. „Das Unglück hat uns alle schwer erschüttert“, sagte Ilona Zimmermann, Sprecherin der Fürstenberg-Brauerei der „Badischen Zeitung“. Auch Peter Lendle, der Gründer und Teamleader der Fallschirmspringer, ist demnach bestürzt. Der Unfall sei der erste in der 35-jährigen Clubgeschichte gewesen. Zwischen dem Team und der Brauerei wurde vereinbart, die Ergebnisse der polizeilichen Untersuchungen abzuwarten, bevor etwaige Konsequenzen gezogen werden.

Lendle befand sich zum Zeitpunkt des Unglücks am Boden. Er sagte der BZ, der später Verunglückte habe als erster von vier Springern das Flugzeug verlassen. Die beiden ihm direkt folgenden Clubmitglieder hätten beobachtet, dass sich sein Fallschirm nicht öffnete und er ihn abtrennte. Dann hätten sie ihn aus den Augen verloren – weil bei ihnen nach einer Sekunde freiem Fall die Fallschirme funktionierten. Peter Lendle bezeichnete seinen Springerkameraden als äußerst routiniert. Er habe bereits rund 1200 Sprünge erfolgreich hinter sich gebracht.


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