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Das Double ist perfekt (Video und Bilder)

Mehmet Fidan köpft SV 03 gegen TBK zum Turniersieg

Nach dem Stadtpokal das TAGBLATT-Turnier: Bezirksligist SV 03 Tübingen hat sich gestern in der Mössinger Steinlachhalle zum König der Hallensaison gekrönt. Insgesamt 3000 Zuschauer am Wochenende erlebten mit, wie sich der personell dezimierte SV 03 durchsetzte – mit Leidenschaft und einem raffinierten Schachzug im Tor.

11.01.2015
  • Moritz Hagemann

Mössingen. Da lag er also. Der Wanderpokal für den Sieger des TAGBLATT-Turniers. Auf dem Boden in der Mössinger Steinlachhalle. Marco Müller hatte ihn fallen lassen, zum Vergnügen des Publikums und der eigenen Mannschaft.

SV 03 Tübingen gewinnt das 32. TAGBLATT-Turnier

Krimi im Finale: Der SV 03 Tübingen gewinnt das TAGBLATT-Turnier in Mössingen. Nur das Festhalten des Pokals müssen sie noch üben.

© Video: Kretschmer 05:47 min

Der Spielleiter des SV 03 Tübingen, nicht ganz austrainiert, doch als Stoßstürmer sets mit vollem Einsatz, stand sinnbildlich für die Leistung seines Teams. „Wir wussten, dass es ohne einige gute Hallenspieler sicherlich bessere Teams als uns gibt“, sagte Nulldrei-Trainer Steve Trevallion. Patrick Ohlbrock, Yasin Meral, Felix Eggensperger oder Nadeem Ahmed – alle fehlten. Doch mit Kampf und Leidenschaft kompensierten das die Tübinger. Und mit einer Taktik, die überraschte: Mit Valentin Scholz stand einer der versiertesten Kicker im Tor. „Ich habe das auf der Hinfahrt mit ihm besprochen“, sagte Trevallion, „habe ihm gesagt, dass er da die Mitspieler einsetzen kann.“

Und Scholz konnte. Das Finale gegen den TB Kirchentellinsfurt war bereits in der Verlängerung. Toni Rosa und Bledian Hoxhaj hatten den TBK zwei Mal in Führung gebracht, Dominik Sautter sowie Mehmet Fidan (Neunmeter) glichen aber aus. Und dann ging Scholz wieder weit aus seinem Tor. Doch statt mit dem Vollspann draufzuhalten, chippte Scholz gefühlvoll vors TBK-Tor. Mehmet Fidan hielt den Kopf hin – 3:2. Die 46 verbleibenden Sekunden tickten runter, schwarz-gelb jubelte.

Ungelernter Torwart Scholz: Spaß als Rezept

Der Schlusspunkt eines packenden Finales mit besten Chancen auf beiden Seiten. „Wir haben verloren, weil wir zwei Mal taktisch geschlafen haben“, bemängelte TBK-Co-Trainer Murat Ercan. Routinier Marc Gscheidle fand: „Es hat der Glücklichere gewonnen.“ Doch auch Gscheidle gab zu, dass im Finale der Kniff mit dem Feldspieler im Tor den Unterschied ausgemacht habe. Scholz selbst sagte, „dass wir einfach Spaß hatten. Das war das Rezept.“ Wäre Scholz nicht so ein überragendes Turnier geglückt, hätte TBK-Keeper Ralf Schöttle mit seinen 44 Jahren die Ehre des besten Torhüters des Turniers gehabt.

Überzeugend war der Weg ins Finale von beiden Seiten nicht immer. Bis zu den KO-Spielen spielten der SV Nehren und die TSG Tübingen den ansehnlichsten Ball. Besonders der TB Kirchentellinsfurt tat sich schwer. „Es hat fast schon Tradition, dass wir durch die Vorrunde stolpern“, sagte Ercan. Und tatsächlich: Hätte A-Ligist TSV Lustnau sein letztes Gruppenspiel gegen den niederklassigeren TSV Öschingen gewonnen – der TBK wäre draußen gewesen. Doch Öschingen gewann mit 1:0. „Dann haben wir uns Spiel für Spiel gesteigert“, fand Ercan. Ein Tor von Phil Hombach in der letzten Minute ließ den TBK im Viertelfinale die TSG Tübingen mit 1:0 ausschalten. Selbiges Ergebnis gab’s im Halbfinale, als ein Spitzkick von Mauro LaForza das Aus des Vorjahressiegers TSG Balingen U 19 besiegelte.

Mehmet Fidan köpft SV 03 gegen TBK zum Turniersieg
„Null-eins, null-zwo, null-drei“: Marco Müller (vorne) war gestern das Feierbiest im Kreise des TAGBLATT-Turniersiegers SV 03 Tübingen. Bild: Rippmann

Der SV 03 Tübingen musste zunächst auf dramatische Art und Weise seine eigene zweite Mannschaft ausschalten, ehe im Halbfinale die Young Boys aus Reutlingen warteten. Das Publikum hatte seinen Sieger schon vorher ausgewählt, denn die Young Boys hatten sich nicht unbedingt um die Sympathiekrone beworben. Deren Trainer Steven Schanz wurde in der Zwischenrunde nach einer für die Zuschauer hörbaren Schiedsrichterschelte bereits des Innenraumes verwiesen. Der Sieg nach Neunmeterschießen gegen den SV Nehren im Viertelfinale ließ die Reutlinger aber zum Favoriten aufsteigen – bis der SV 03 kam und das Halbfinale durch Mehmet Fidans Neunmeter und einen Felix-Müller-Treffer mit 2:0 gewann. „Da haben wir unser bestes Spiel gemacht – und da war es auch noch nötig“, fand SV-Coach Trevallion.

Der SV 03 nahm also 500 Euro Siegprämie mit. Für ein: „Kabinenfest“, wie Marco Müller kurz, aber prägnant feststellte. Dann hüpften sie unter die Dusche und fuhren in Richtung des SV 03-Geländes. Nur einer nicht, Trainer Trevallion: „Meine Frau wartet. Ich habe schließlich ein Baby daheim.“

Kurios war dieses Viertelfinale ja schon: Der einzige verbliebene A-Ligist SV 03 Tübingen II traf auf die eigene erste Mannschaft. Und es wurde richtig spannend. Nach Toren von Maysam Oladazimi und Christian vom Hagen ging es mit einem 1:1 ins Neunmeterschießen. Doch Aushilfskeeper Valentin Scholz hielt alle drei Neunmeter – und verwandelte für seine erste Mannschaft selbst. „Wir haben es ihm zu verdanken“, sagte Nulldrei-Trainer Steve Trevallion. Und am Ende konnten sie froh sein, wie es gelaufen ist. Letztlich konnten auch die Spieler der zweiten Mannschaft in der großen Siegertraube den Tübinger Triumph in der Steinlachhalle feiern. Durch den siebten Turniersieg ist der SV 03 nun gemeinsamer Rekordsieger mit dem TB Kirchentellinsfurt. Letztmals hatte der Nulldrei im Jahr 2003 den Pott geholt.

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