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Welchen Busfahrplan wünschen sich die Menschen?

Mehr Busse fürs Wochenende

Der neue Nahverkehrsplan gibt Richtlinien für die Busse und Bahnen des Kreises vor. Die Bürger dürfen derzeit ihre Meinung dazu kundtun. Das TAGBLATT hat sich im Steinlachtal schon mal umgehört nach den Anliegen von Busnutzern und solchen, die es werden könnten.

15.06.2012
  • Kathrin Löffler

Steinlachtal. Vier Kinder hat Sibylle Heinz aus Bodelshausen. Da sei es „einfach geschickter“, sich in den eigenen Wagen statt in den Bus zu setzen. Früher hat Heinz noch in Tübingen gearbeitet – aber da sei sie eine Stunde unterwegs gewesen. Stünde ausreichend Zeit zur Verfügung, könne sie sich ein Umsteigen in den öffentlichen Personennahverkehr „schon vorstellen“. Aber so etwa zur Schwiegermutter nach Hechingen zu kommen – das sei eher ungeschickt. Und in der Krebsbachgemeinde selbst „fährt man eh mit dem Fahrrad“.

Melanie Föll besucht das Karl-von-Frisch-Gymnasium auf dem Höhnisch. Sie fährt regelmäßig mit dem Bus zur Schule. Vormittags klappt das für die Gomaringerin auch ganz gut. Nur am Nachmittag wird’s „unpraktisch“: Zur zehnten und elften Stunde gibt es keine Verbindung mehr zum Schulzentrum. „Ab 15 Uhr kommt man nicht mehr mit dem Bus hier hoch“, stellt Melanie fest. Um zum nachmittäglichen Schulbank-Drücken zu gelangen, darf die 16-Jährige deshalb einmal in der Woche den mütterlichen Bringdienst in Anspruch nehmen. Aber: Als Höhnisch-Schüler aus Gomaringen ist man noch vergleichweise gut dran, glauben zumindest Jessica Lauer und Anna Baum, beide 16 Jahre alt, von der Maria-Sibylla-Merian-Realschule.

Bei ihrer gleichaltrigen Freundin sieht das schon anders aus: Suzana Bogojevic wohnt in Ofterdingen. Sie braucht eine halbe Stunde für den Heimweg, wenn sie Nachmittagsunterricht hat. „Da muss ich umsteigen in Mössingen und dort auch noch 15, 20 Minuten warten“, sagt sie. Dürfte sie über den Busfahrplan entscheiden, sie würde sich eine Direktverbindung nach Hause wünschen. Will sie derzeit zurück nach Ofterdingen, fährt der Bus erstmal nach Dußlingen, Nehren und Mössingen. „Das ist ein kompletter Umweg, einmal in die andere Richtung und zurück“, pflichtet ihr Jessica bei.

Franziska Bock, 16, und Amelie Jonas, 15, legen zwar ihren Schulweg nicht im Bus zurück, jedoch sind sie in der Freizeit auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Und zeigen sich vor allem von der Erreichbarkeit der beiden umgebenden Städte am Wochenende und abends nicht sehr begeistert. „Furchtbar“ findet Franziska aus Gomaringen die Busverbindungen nach Reutlingen und Tübingen am Wochenende. Sie nutzt den öffentlichen Nahverkehr hauptsächlich „zum Weggehen“– oder würde es gern. „Samstags fährt der letzte Bus um 17 Uhr nach Reutlingen, sonntags fährt fast gar nichts.“ Auch am Wochenende müssten regelmäßig Busse fahren, wünscht sie sich. Amelie aus Nehren sieht auch wochentags noch Bedarf: Für sie dürften da nachts gegen später noch ein paar Busse mehr unterwegs sein. Der letzte Zug komme da nämlich um 22.30 Uhr, und ein Bus dann auch nicht mehr.

Mit Motorrad oder Auto bewegt sich Raffael Küffner fort. Vorstellen könne er sich zwar schon, mit dem Bus zur Arbeit zu fahren. Das Problem ist aber: Der Mann aus Dußlingen arbeitet in Tübingen. Als Bäcker. Und hat entsprechende Arbeitszeiten: „Nachts um zwei gibt’s keine Busse nach Tübingen.“ Margarete Rilling, auch aus Dußlingen, bevorzugt zwar die Bahn, setzt sich aber kräftig für ihre Ofterdinger Nachbarn ein: Weil die über keinen Bahnhof verfügten, sei eine gute Buslinie nach Tübingen wichtig.

Weil Rahel Fritzsche eben erst ein eigenes Auto abgeschafft hat, möchte sie künftig wieder häufiger Bus fahren. Einmal wöchentlich muss die Mähringerin nach Gomaringen – die Verbindung sei da immerhin „recht gut“. Allerdings scheinen ihr die Preise für Kurzstrecken „ziemlich teuer“. Von einer Freundin weiß sie zu berichten, dass dieser einmal die Mitfahrt verweigert wurde, weil sie mit einem Kinderwagen unterwegs gewesen sei. „Der Busfahrer sagte, der Platz soll freigehalten werden für Rollstuhlfahrer“, so Fritzsche.

Mehr Busse fürs Wochenende
Wie fährt sich’s Bus im Steinlachtal? Von Mössingen aus (hier am Stotzplatz) kommen Fahrgäste überall gut hin. Düsterer sieht es in abgelegenen Gemeinden und dort vor allem am Wochenende aus. Derzeit wird der Nahverkehrsplan des Landkreises diskutiert (siehe Seite 22). Archivbild: Rippmann

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15.06.2012, 12:00 Uhr

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