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Kooperation

Mehr Digitales für Literaten

Mit Marbachs neuer Direktorin des Literaturarchivs soll die Digitalisierung vorankommen.

16.02.2019

Von BETTINA WIESELMANN

Sandra Richter leitet das Marbacher Literaturarchiv. Foto: Fabian Sommer/dpa

Marbach. Was hat der schwäbische Olymp Marbach mit dem Supercomputer Cray XC40 zu tun? Viel künftig. Das Deutsche Literaturarchiv (DLA) geht mit dem Höchstleistungsrechenzentrum in Stuttgart, dem Institut für maschinelle Sprachverarbeitung und der Abteilung Digital Humanities der Universität Stuttgart eine wegweisende Kooperation ein. Mit knapp zwei Millionen Euro fördert das Wissenschaftsministerium die Einrichtung eines neuen Zentrums zur digitalen Erforschung und Vermittlung von Materialien, die ihren Ursprung in digitaler Form haben. Zur offiziellen Amtseinführung Sandra Richters, die zu Jahresbeginn als erste Direktorin auf der Schillerhöhe ihre Arbeit begonnen hat, wurde das Projekt nun bekanntgegeben.

Weil Stift und Schreibmaschine längst nicht mehr die einzigen Werkzeuge der Literaten sind, kommt dem Thema Digitale Originale immer größere Bedeutung zu. Hätte er heute gelebt, wären die „Räuber“ von Schiller „vielleicht ein Computerspiel geworden, ein Adventure Game“, umriss die Literaturwissenschaftlerin (45) das neue Forschungsfeld. Gleichzeitig soll auch die Digitalisierung Marbacher Bestände vorangetrieben werden.

An Vorschusslorbeeren für Richter fehlt es nicht. „Genau die richtige Person“ sei die hochrenommierte Wissenschaftlerin, sagte Ministerin Theresia Bauer, um einerseits die Chancen des digitalen Zeitalters für Marbach nutzbar zu machen und andererseits die gesellschaftliche Relevanz des DLA weiter zu stärken. Bauer verwies auf die beginnende Zusammenarbeit mit Namibia und das Ausstellungsprojekt „Tropenkoller. Literarischer Imperialismus“, das sich ab Herbst mit deutscher Kolonialliteratur befasst.

Die Vertreterin des Bundes, der mit dem Land primärer Zuwendungsgeber für Marbach ist, nannte Richter „die Idealbesetzung“. Wolfram Ressel, Rektor der Uni Stuttgart, wo die Professorin weiterhin lehrt, bezeichnete die Direktorin als „Glücksfall für das DLA und die Universität“.

Im Mai startet das neue Ausstellungsprogramm mit „Lachen. Kabarett“; im Juli beginnt die Reihe „Zwischen den Sprachen“ über Autoren, die nicht nur in einer Sprachwelt zuhause sind. Die Schillerrede am 10. November wird der Grünen-Politiker Cem Özdemir halten.

Bettina Wieselmann

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Erstellt:
16. Februar 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
16. Februar 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2019, 06:00 Uhr

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