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Kommentar

Mehr Gefühl

22.03.2018

Von GUIDO BOHSEM

Berlin. Geht da was? Schafft es Angela Merkel, sich in ihrer vierten Regierungszeit neu zu erfinden? Ein ganz kleines bisschen vielleicht. Diesen Schluss lässt zumindest der Anfang der Regierungserklärung zu. Die Kanzlerin hat die Gelegenheit genutzt und ihre Politik tatsächlich einmal gründlich erklärt. Und ja, man konnte sogar etwas wie Leidenschaft und Kampfgeist spüren.

Sie hat vor allem das Thema Zuwanderung nicht mehr länger verschwiegen, sondern ging es offensiv an, ja, sie räumte sogar Fehler ein. Und siehe da, der Wind in den Segeln der AfD wehte auf einmal nur noch halb so kräftig. Wer Merkel zuhörte, musste sich einmal mehr fragen, warum sie sich im Wahlkampf nicht ähnlich energisch zu Wort gemeldet hat und so vielleicht verhindert hätte, dass die neuen Rechten überhaupt ins Parlament kamen.

Merkel hat sich mit ihrer Rede vorgewagt, sie hat das sichere Terrain der Sachlichkeit verlassen und emotional argumentiert. Sie hat also getan, was ihr eigentlich nicht liegt. Das war gut, und das merkte man vor allem am schlechten zweiten Teil der Rede. Sie sollte diese Ausflüge öfter wagen. Dann geht was.

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Erstellt:
22. März 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
22. März 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. März 2018, 06:00 Uhr

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