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Sonderzahlung

Mehr Geld auf dem Gehaltszettel

Viele Arbeitnehmer bekommen ein 13. Monatsgehalt. Das fällt in diesem Jahr oft höher aus als 2015.

12.11.2016
  • DPA

Düsseldorf. Ende November freuen sich Arbeitnehmer besonders auf ihren Gehaltszettel. Mehrere Hundert Euro extra, ein halbes oder sogar ein ganzes Monatsgehalt zusätzlich stehen auf der Abrechnung: Weihnachtsgeld. Der Zuschlag fällt dieses Jahr oft höher aus, denn dank der boomenden Wirtschaft gab es 2016 in mehreren Branchen kräftige Tarifzuschläge – damit wächst oft auch das Weihnachtsgeld.

Insgesamt mehr als jeder zweite Beschäftigte bekommt Weihnachtsgeld. Die Chancen steigen deutlich bei Tarifbeschäftigten, die zu 71 Prozent eine Sonderzahlung erhalten. Bei Beschäftigten in nicht-tarifgebundenen Betrieben sind es nur 44 Prozent. Das ergibt sich aus der alljährlichen Online-Umfrage des Tarifarchivs der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Hinzu kommen noch freiwillige Gratifikationen der Arbeitgeber von teils mehreren Tausend Euro etwa in der Autoindustrie oder Erfolgsprämien, die nicht tariflich festgelegt sind.

Bundesweit 50 Milliarden Euro

Um wie viel Geld es dabei geht, lässt sich nur schätzen. Der Tarif- und Arbeitsmarktexperte des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Christoph Schröder, spricht von bundesweit rund 50 Mrd. EUR. Dennoch sei das Weihnachtsgeld im Arbeitgeberlager unumstritten. Arbeitgeber bevorzugten erfolgsabhängige Komponenten bei der Berechnung, so dass sie in schlechten Jahren mit Senkungen der Leistung einen Puffer gewinnen. Mehr im Portemonnaie haben in diesem Jahr alle, die tariflich mehr Geld bekommen und bei denen sich das Weihnachtsgeld prozentual am Gehalt orientiert. Insgesamt wächst das Weihnachtsgeld um 2,5 bis 3 Prozent.

Was die Beschäftigten mit dem Geld machen hängt davon ab, wie viel Geld sie ohnehin haben, sagt der Leiter des Tarifarchivs, Reinhard Bispinck: Wer weniger verdient, gebe das Geld überwiegend „alltagsnah“ aus – also für Produkte für den täglichen Gebrauch und natürlich Weihnachtsgeschenke. Teils werde das Geld auch für die Altersvorsorge genutzt oder für den nächsten Urlaub aufs Sparbuch gelegt. Jedenfalls sei das Weihnachtsgeld bei den Meisten fest eingeplant.

„Die Händler merken immer, wenn es Geld gibt“, sagt Kai Falk, Geschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), „und wenn es doppelt so viel Geld gibt, besonders“. Viele Händler verdienen einen Großteil ihrer Erlöse in der Weihnachtszeit – etwa im Buchhandel. Und auch für teurere Produkte wie hochwertige Kleidung oder Fernseher und Unterhaltungselektronik sitzt den Käufern vor Weihnachten das Geld lockerer in der Tasche als sonst. dpa

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12.11.2016, 06:00 Uhr

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