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Statistik

Mehr Gewalt, weniger Einbrüche

Insgesamt ist die Zahl der Straftaten in Deutschland stabil geblieben. Bei der Art der Delikte allerdings gab es Verschiebungen.

25.04.2017
  • DPA

Mit rund 6,37 Millionen Fällen im vergangenen Jahr ist die Gesamtzahl der Straftaten in Deutschland im Vergleich zu 2015 nahezu gleich geblieben. Die Polizeiliche Kriminalstatistik, die Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Berlin vorgestellt hat, zeigt trotzdem einige Verschiebungen.

Gibt es in der Kriminalstatistik auch positive Entwicklungen?

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im Vergleich zu 2015 um 9,5 Prozent zurückgegangen. Der Innenminister führt das unter anderem auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Polizei zurück sowie auf die staatliche Förderung von häuslicher Sicherheitstechnik. „Immer mehr Wohnungseinbrüche scheitern bereits bei der Tatausführung.“

Allerdings bedeutet das Minus einen Rückgang auf hohem Niveau. Nachdem es im vergangenen Jahr so viele Einbrüche gegeben hat wie seit den 90er Jahren nicht mehr, ist jetzt mit 151 265 Fällen gerade einmal wieder der Wert von 2014 erreicht.

Welche Veränderungen in der Kriminalstatistik fallen besonders ins Auge?

Unübersehbar ist die Zunahme im Bereich der Gewaltkriminalität: Bei Mord und Totschlag wurde ein Plus von 14,3 Prozent registriert, bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung lag der Anstieg bei 12,8 Prozent. Darüber hinaus gab es mehr als 140 000 Fälle von gefährlicher und schwerer Körperverletzung – ein Zuwachs um 9,9 Prozent.

Wie ist dieser Anstieg zu erklären?

Unter anderem durch die Flüchtlingskrise. Denn speziell bei Gewaltdelikten ist laut de Maizière die Zahl der deutschen Tatverdächtigen um ein Prozent gestiegen, die der tatverdächtigen Zuwanderer jedoch um knapp 90 Prozent. „Da gibt es nichts zu beschönigen“, sagte der Innenminister. Er betonte aber auch: „Wir lassen es nicht zu, dass alle bei uns lebenden Flüchtlinge pauschal unter Verdacht gestellt werden.“ Flüchtlinge und Asylbewerber machen nur einen vergleichsweise kleinen Teil der Tatverdächtigen aus.

Aber sprechen die Zahlen nicht eine deutliche Sprache?

Laut de Maizière befinden sich gerade unter den Flüchtlingen einzelne „intensive Mehrfachtäter“. Zudem seien unter den Flüchtlingen überdurchschnittlich viele Männer im Alter von 18 bis 21 Jahren – diese Gruppe sei auch unter deutschen Staatsbürgern besonders häufig in Straftaten verwickelt.

Darüber hinaus zeigt die Statistik: In 80 Prozent der Fälle, in denen ein Zuwanderer Opfer einer Gewalttat wird, ist der Angreifer ebenfalls ein Zuwanderer. Das spricht dafür, dass die beengte Unterbringung in Flüchtlingsunterkünften ebenfalls eine Rolle spielen dürfte. dpa

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25.04.2017, 06:00 Uhr

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