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„Mehr Selbstbewusstsein
und Optimismus zeigen“
„Freiheit, Toleranz, Respekt“: Projektionen erhellen beim Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit das Dresdner Terrassenufer. Foto: dpa
Einheitsfeier

„Mehr Selbstbewusstsein und Optimismus zeigen“

Bundestagspräsident Norbert Lammert fordert eine positive Sicht auf Deutschland. Auf Dresdens Straßen pöbeln Unzufriedene gegen die Politik.

04.10.2016
  • EPD

Dresden. Bundestagspräsident Norbert Lammert hat am Tag der deutschen Einheit für ein selbstbewusstes, optimistisches und weltoffenes Deutschland geworben. „Das Paradies auf Erden ist hier nicht. Aber viele Menschen, die es verzweifelt suchen, vermuten es nirgendwo häufiger als in Deutschland“, sagte der CDU-Politiker beim zentralen Festakt in der Dresdner Semperoper.

Er monierte, dass die Deutschen das Bild ihres eigenen Landes zu negativ zeichneten. „Wir können und dürfen durchaus etwas mehr Selbstbewusstsein und Optimismus zeigen“, sagte er. Deutschland könne sich „durchaus eine kleine Dosis Zufriedenheit erlauben, wenn nicht sogar ein Glücksgefühl.“ Und: „Wir leben in Verhältnissen, um die uns fast die ganze Welt beneidet.“

Die Feierlichkeiten zum Jahrestag der Wiedervereinigung in Dresden wurden von Pöbeleien gegen Politiker überschattet. Anhänger der antiislamischen Pegida-Bewegung beschimpften Kanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Joachim Gauck und andere Ehrengäste mit Rufen wie „Merkel muss weg“ und „Volksverräter“.

Lammert wandte sich in seiner Rede direkt an die Demonstranten. „Diejenigen, die heute besonders laut pfeifen und schreien und ihre erstaunliche Empörung kostenlos zu Markte tragen, die haben offenkundig das geringste Erinnerungsvermögen daran, in welcher Verfassung sich diese Stadt und dieses Land befunden haben, bevor die deutsche Einheit möglich wurde.“ Er mahnte die Achtung der Grundwerte an. Wer „das Abendland gegen tatsächliche und vermeintliche Bedrohungen“ verteidigen wolle, müsse „Mindestansprüchen der westlichen Zivilisation genügen“, etwa Respekt und Toleranz üben und die Freiheit der Meinung achten.

Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) warnte in seiner Rede vor den Gefahren des Populismus. „Beschämt erleben wir, dass Worte die Lunte legen können für Hass und Gewalt“, sagte er. „Das ist menschenverachtend und zutiefst unpatriotisch.“

Bundeskanzlerin Merkel sprach nach der offiziellen Feierstunde mit der Familie des Imams, dessen Moschee und Wohnhaus vergangene Woche bei einem Sprengstoffanschlag beschädigt wurden. dpa/afp

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04.10.2016, 06:00 Uhr

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