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Mehr Tierwohl braucht seine Zeit
In zwei Jahren sollen Produkte das neue Label tragen. Foto: dpa
Grüne Woche

Mehr Tierwohl braucht seine Zeit

Bis das Tierwohllabel und das Ende des Kükenschredderns kommen, dauert es noch Jahre.

20.01.2017
  • DIETER KELLER

Berlin. Sechseckig und eher schlicht ist das staatliche Tierwohllabel geraten, das Verbraucher bei Schweinefleisch darauf hinweisen soll, dass sie die Produkte mit besserem Gewissen kaufen können. Es solle kein „Nischen- und Luxus-Label“ sein, versprach Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) bei der Vorstellung anlässlich der Grünen Woche in Berlin. Vielmehr hat er einen Marktanteil von mindestens 20 Prozent im Auge. Es solle für jedermann begreifbar und bezahlbar sein.

Klar ist allerdings: Mehr Platz im Stall, Stroh auf dem Boden und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Schweine haben ihren Preis. Genaueres ist offen, und bis die ersten Produkte im Supermarkt liegen, könnte noch zwei Jahre dauern. Erst einmal müssen die Standards definiert, Züchter gefunden und die Tiere gemästet werden. Das Label soll es in zwei Stufen geben: Standard mit einem Stern, Premium mit zwei Sternen.

Die Initiative Tierwohl will Schmidt möglichst einbinden. In ihr hatten sich 2015 große Einzelhändler wie Aldi, Edeka, Lidl und Rewe zusammengeschlossen. Sie zahlen pro Kilo Schweine- und Geflügelfleisch, das sie verkaufen, 4 Cent in einen Fonds ein, der Bauern für eine bessere Haltung bezahlt. Allerdings kennzeichnen sie das Fleisch nicht. Das soll sich bei unbehandeltem Geflügel ab 2018 ändern. Zudem erhöhen sie die Zahlung auf 6,25 Cent je Kilogramm. Bisher erfasst die Initiative allerdings nur knapp 12 Prozent der Schweine- und 30 Prozent der Geflügelmast

Auch das zweite Projekt, das Schmidt auf der Grünen Woche präsentierte, braucht noch Zeit: die Geschlechtsbestimmung im Ei, um auf das Töten von Millionen von männlichen Küken durch Gas oder Schreddern verzichten zu können, die in der Produktion von Legehennen anfallen. Dreieinhalb Tage nach dem Beginn des Brütens wird mit einem Laser ein Loch in die Schale geschnitten. Dann kann das Geschlecht des Embryos zu einem Zeitpunkt bestimmt werden, an dem er noch kein Schmerzempfinden hat. Bis die Technik reif ist, dürfte es aber noch zwei bis drei Jahre dauern. Dieter Keller

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20.01.2017, 06:00 Uhr

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