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Mehr Wachen und mehr Licht
Auf dem Schlossplatz mitten in Stuttgart will die Polizei in der Silvesternacht starke Präsenz zeigen. Mobile Wachen werden die ganze Nacht als Anlaufstellen dienen. Foto:7aktuell.
Silvester

Mehr Wachen und mehr Licht

Unter dem Eindruck der Übergriffe in Köln 2015 und des Berliner Anschlags bereitet sich die Polizei in Stuttgart und Umgebung auf den Jahreswechsel vor. Sie setzt auf mehr Präsenz.

30.12.2016
  • VON CAROLINE HOLOWIECKI

Dieser Jahreswechsel wird anders sein. Es ist das erste Fest nach der verhängnisvollen Silvesternacht 2015 in Köln, und auch der terroristische Anschlag in Berlin hat das Sicherheitsbedürfnis der Bürger in ganz Deutschland schlagartig verändert. In Stuttgart reagiert die Polizei mit einem gänzlich überarbeiteten Sicherheitskonzept für das gesamte Stadtgebiet. In erster Linie wird auf eine „massiv erhöhte“ Präsenz gesetzt, von mehreren hundert Beamten zusätzlich berichtet Polizeispecher Olef Petersen.

Vor allem sollen die Hundertschaften sich am 31. Dezember auf die Innenstadt konzentrieren, wo naturgemäß die meisten Menschen ins neue Jahr feiern. Verstärkt werden die Landesbeamten, die aus ganz Baden-Württemberg kommen, durch den städtischen Vollzugsdienst, das Technische Hilfswerk sowie die Bundespolizei, geht aus einer Mitteilung hervor. Viele Beamte wollen sich gut sichtbar an prägnanten Stellen positionieren, um den Feiernden im Notfall als Ansprechpartner zu dienen.

Eine nicht unerhebliche Anzahl von Einsatzkräften wird sich zudem in Zivil unter die Feiernden mischen. Zusätzlich sollen mobile Wachen am Schlossplatz, im Innenhof des Neuen Schlosses sowie in der Schalterhalle des Hauptbahnhofs die ganze Nacht über als Anlaufstellen dienen. Der Polizeiposten in der Klett-Passage wird ebenfalls geöffnet sein. Über konkrete Erkenntnisse hinsichtlich besonderer Gefährdungslagen verfügt die Polizei derzeit nicht, teilte sie mit.

Barrieren an Zufahrten

Dennoch: Nach dem Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt ist das Konzept abermals überarbeitet worden. Die Fahrzeugbarrieren, die an den Weihnachtsmarkt-Zufahrten zum Stuttgarter Schlossplatz und zum Marktplatz installiert wurden, werden auch über den Jahreswechsel bestehen bleiben, teilt die Polizei mit.

Ein weiterer Baustein des Sicherheitskonzepts ist Licht. Bereits vor Weihnachten hat die Polizei die City-Initiative Stuttgart angeschrieben und die Einzelhändler aufgefordert, in der Silvesternacht die Geschäfte erleuchtet zu lassen, damit „es keine Bereiche gibt, in denen man sich wegen des Halbdunkels unsicher fühlen muss“. Das THW wird zusätzlich Teile der Innenstadt mit Lichtmasten ausleuchten. Zudem werden stationäre sowie mobile Videoaufzeichnungen angekündigt.

Das erste Silvester nach Köln wird nicht nur in der Landeshauptstadt die Polizei stärker fordern als bisher. Im Polizeipräsidium Reutlingen etwa, das die drei Landkreise Reutlingen, Tübingen und Esslingen abdeckt, setzt man ebenfalls lageorientiert und flexibel auf „verstärkte Präsenzmaßnahmen“, durch die „wir potenzielle Täter abschrecken und so die Gefahr möglicher sexueller Übergriffe minimieren beziehungsweise bei Übergriffen konsequent einschreiten“ können, teilt der Sprecher Björn Reusch mit. Er stellt aber auch klar, dass Attacken, wie man sie aus Köln oder auch Stuttgart kenne, bis dato nicht verzeichnet worden seien.

Auch im Polizeipräsidium Ludwigsburg, zuständig für die Kreise Ludwigsburg und Böblingen, ist man Silvester in Habachtstellung – und das jedes Jahr aufs Neue, wie die Sprecherin Yvonne Schächtele sagt. „Die Silvesternacht schlägt sich regelmäßig in unserem Kräftekonzept nieder, so dass mehr Beamte im Dienst sind.“ In diesem Jahr werden nochmals mehr Kollegen arbeiten und, „falls sich Situationen oder Sachverhalte wie in Köln ergeben sollten“, mit mobilen Wachen ausrücken, die sich dann weithin sichtbar mit einer großen Fahne positionieren und Hilfesuchenden anbieten wird.

Yvonne Schächtele betont jedoch: Szenarien wie aus Köln kennt man hier nicht. Neben einigen Sachbeschädigungen, Streitigkeiten und Einsätzen mit Betrunkenen waren die Einsatzkräfte aus dem Polizeipräsidium Ludwigsburg 2015 überwiegend mit Bränden beschäftigt gewesen.

Gleiches gilt für das Präsidium in Aalen, das für die Kreise Rems-Murr, Ostalb und Schwäbisch Hall zuständig ist. Die Beamten hier müssen aufgrund der geografischen Lage ganz anders agieren, betont der Polizeisprecher Bernhard Kohn. „Einen zentralen Platz wie in Stuttgart haben wir hier nicht. Wir sind für elf Große Kreisstädte und mehr als 100 selbstständige Gemeinden zuständig und müssen uns dezentral und in der Fläche aufstellen.“

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30.12.2016, 06:00 Uhr

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