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Mehr spenden, weniger kaufen
In den Kaufhäusern hat die Weihnachtssaison begonnen. Das Bild zeigt Passanten in einem Einkaufszentrum in Hamburg. Foto: dpa
GfK-Umfrage zum Weihnachtsgeschäft: Konsumlaune trotz Flüchtlingskrise gut

Mehr spenden, weniger kaufen

Das Weihnachtsgeschäft beginnt. In diesem Jahr muss sich der Handel auf einen geringeren Umsatz einstellen, so die Gesellschaft für Konsumforschung. Vor allem Jüngere spenden mehr und kaufen weniger.

28.11.2015
  • ROLF OBERTREIS

Nürnberg. Die Bundesbürger wollen in diesem Jahr weniger Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben, dafür aber mehr spenden, vor allem für die Unterstützung von Flüchtlingen. Der traditionellen Umfrage der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zufolge werden diesmal im Schnitt 274 EUR für Geschenke ausgegeben nach 285 EUR vor einem Jahr. 9 Prozent der Bundesbürger wollen allerdings überhaupt keine Geschenke kaufen.

"Die Deutschen spenden in diesem Jahr aber deutlich mehr, im ersten Halbjahr für die Opfer des Erdbebens in Nepal, danach vor allem für die nach Deutschland kommenden Flüchtlinge", sagt GfK-Handelsexperte Wolfgang Adlwarth. Der Handel dürfe mit Umsätzen in Höhe von 14,3 Mrd. EUR rechnen, knapp 5 Prozent weniger als im Weihnachtsgeschäft 2014.

Allein im September sei 40 Prozent mehr gespendet worden als im Vorjahresmonat. "Offenbar reduzieren die Verbraucher ihr Budget für Geschenke zugunsten von Spenden für die Flüchtlingshilfe." Vor allem ältere Bundesbürger, die ohnehin schon viel spendeten, legten im Schnitt, so die Daten bis Anfang November, in diesem Jahr noch einmal 37 EUR obendrauf. Allerdings ist die Veränderung bei den 30 bis 39-Jährigen viel stärker: Sie wollen im Schnitt 24 EUR weniger für Geschenke ausgeben, dafür aber 63 EUR mehr spenden als 2014. "Dieser Trend könnte sich bis Weihnachten noch verstärken", sagt Adlwarth.

Diese hohe Spendenbereitschaft gerade mit Blick auf Flüchtlinge kontrastiert allerdings mit der Furcht der Bundesbürger vor den Folgen der Flüchtlingswelle. Der jüngsten Umfrage der GfK zum Konsumklima zufolge schwächt sich die Stimmung der Verbraucher vor allem deshalb ab, weil 40 Prozent aufgrund der vielen Flüchtlinge mit steigender Arbeitslosigkeit rechnen. "Allerdings ist dies eine abstrakte Einschätzung", sagt GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. "Denn um ihren eigenen Arbeitsplatz fürchten sie nicht. Und die Anschaffungsneigung ist leicht gestiegen, wegen der günstigen Beschäftigungslage und der erfreulichen Einkommensentwicklung." Die Konsumfreude bleibe hoch, ergänzt Bürkl.

Mit Blick auf die Weihnachtsgeschenke stehen auch 2015 Bücher ganz vorne. 37 Prozent der Befragten wollen Lesestoff schenken und dafür im Schnitt 40 EUR ausgeben, was Umsätze für den Buchhandel von insgesamt knapp 980 Mio. EUR entspricht. Dahinter rangieren Spielwaren mit einem Anteil von 33 Prozent und im Schnitt 78 EUR, was Umsätze von insgesamt 1,71 Mrd. EUR ergeben sollte. 31 Prozent der Bundesbürger verschenken Kleidung und Accessoires für im Schnitt 88 EUR, was dem Handel einen Umsatz von insgesamt 1,8 Mrd. EUR bescheren sollte.

Besonders gefragt sind der GfK zufolge in diesem Jahr Küchengeräte und dabei wiederum Kaffeemaschinen, für im Schnitt fast 600 EUR. Wichtig unter dem Weihnachtsbaum bleibt Bargeld. 23 Prozent der Bundesbürger wollen sich dafür entscheiden und haben dafür im Schnitt 238 EUR reserviert, insgesamt entspricht das Adlwarth zufolge einem Betrag von 3,5 Mrd. EUR.

Auch 2015 werden die Bundesbürger nach Angaben der Konsumforscher das Internet zum Geschenkeeinkauf nutzen. Mehr als die Hälfte der Befragten wollten mindestens ein Geschenk online bestellen, das gilt Adlwarth zufolge vor allem für Abos und Eintrittskarten für Konzerte und andere Veranstaltungen.

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28.11.2015, 08:30 Uhr

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