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Unternehmenskultur

Mein Auto, mein Rabatt, meine Reise

Gehalt ist längst nicht mehr alles. Angesichts des Fachkräftemangels locken Firmen mit üppigen Extras.

27.04.2017
  • DPA

Frankfurt. Dienstwagen, Fitnessprogramme, betriebliche Altersvorsorge, Mitarbeiterwohnungen, Einkaufsrabatte: In Zeiten des Fachkräftemangels werben viele Unternehmen nicht nur mit einem guten Gehalt.

So bietet Google der Belegschaft auf dem Firmencampus in Kalifornien Gratis-Essen, Swimming Pool und Kräutergarten. Der Kaffeeröster Tchibo hat in der Zentrale in Hamburg einen Freizeit- und Fitnessbereich für Beschäftigte eingerichtet. Und Unternehmensberatungen wie Roland Berger oder McKinsey, berüchtigt für lange Arbeitszeiten, werben mit „Sabbaticals“, ausgedehnten Auszeiten vom Job.

„Unternehmen können es sich nicht leisten, gar nichts anzubieten“, sagt Neele Siemer, Projektleiterin bei der Personalberatung Kienbaum. Gerade in Branchen mit starkem Fachkräftemangel seien solche „Benefits“ wichtig, um den eigenen Ruf als Arbeitgeber aufzupolieren.

Dominierten einst Leistungen wie Dienstwagen und betriebliche Altersvorsorge in deutschen Firmen, gibt es heute den Trend zum Arbeiten in Wohlfühlatmosphäre: Reisen im Team als Belohnung, großzügige Weihnachtsfeiern oder Yoga-Kurse in der Firma nach Feierabend. „Die Unternehmen wollen zeigen, dass bei ihnen die Arbeit Spaß macht.“

Bewerber haben Ansprüche

Manche Angebote werden indes auch von Bewerbern gefordert. „Die Leute sind anspruchsvoller geworden“, beobachtet Frank Schabel vom Personalvermittler Hays. „Gerade flexible Arbeitszeiten haben in vielen Gesprächen einen hohen Stellenwert.“

Dies zeigt auch eine Umfrage der Beratungsfirma Mercer unter 5400 Beschäftigten weltweit. Demnach stehen flexibles Arbeiten und mehr Auszeiten oben auf der Wunschliste – weit vor Sportangeboten oder Orten zum Entspannen. Firmen reagierten zunehmend darauf, heißt es im Papier, denn sie erwarteten einen härteren Kampf um Talente.

Firmen setzen die Angebote aber nicht ohne Eigennutz ein. „Gemeinsame Reisen können Mitarbeiter zusammenschweißen und die Identifikation mit dem Unternehmen fördern“, sagt Schabel. Und Unternehmen, die Sportzentren haben oder den Vertrag im Fitnessstudio bezuschussen, hoffen, so Ausfälle durch Krankheiten zu senken.

Gegen den Fachkräftemangel dürften indes selbst üppige Angebote samt Sabbatical, Sport und Wohlfühlatmosphäre alleine nicht reichen, meint Hays-Experte Schabel. An erster Stelle stünden für die meisten Bewerber ein marktgerechtes Gehalt, persönliche Entwicklungschancen und die Firmenkultur. dpa

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27.04.2017, 06:00 Uhr

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