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Konzert

Mendelssohns Paulus im Dom

Die Rottenburger Domsingschule führt das Paulus-Oratorium auf. Unter den Solisten ist Bach-Preisträger Patrick Grahl.

11.10.2016
  • dun

Der Tenor Patrick Grahl sei ein echter Glücksgriff, sagte Domkapellmeister Christian Schmitt bei der Chorprobe am Samstag. „Den können wir später nicht mehr bezahlen.“ Vier Musikagenten haben sich zur Aufführung des Paulus-Oratoriums im Rottenburger Dom am 16. Oktober angekündigt, um den diesjährigen Preisträger des renommierten Leipziger Bach-Wettbewerbs in Augenschein zu nehmen. Weitere Solisten sind die in Rottenburg schon bekannte Sopranistin Andrea Lauren Brown und Bass Stefan Zenkl sowie Marie Henriette Reinhold. Aus München kommt das Barockorchester „L‘ Arpa Festante“, das auf historischen Instrumenten spielt.

Damit kommt das Kammerorchester dem Klang zu Felix Mendelssohn-Bartholdys Zeiten sehr nahe. Der Kammerton A lag damals zehn Hertz tiefer als heute. Für die Choristen sei das kein Problem, sagte Christian Schmitt. Obwohl sie in der heutigen Stimmung von 440 Hertz übten. „Das entspannt die Sänger.“ Sie können etwas tiefer singen.

Drei Chöre der Rottenburger Domsingschule mit rund 100 Sängerinnen und Sängern hat der Domkapellmeister in einer Handvoll Proben zusammengefügt. Domchor, Mädchenkantorei und Männerstimmen der Domsingknaben übten seit Januar „immer mal wieder“ für das Paulus-Oratorium. „Wenn Zeit zwischen den liturgischen Verpflichtungen war.“ Was dabei herauskam, kann sich sehen oder vielmehr hören lassen: Zarte junge Mädchenstimmen, erfahrenen Männerstimmen und der ausgleichende Domchor. Für die Jüngsten unter den Sängerinnen sei der Stoff „harte Kost“, sagte Schmitt. Doch Proben und Aufführung brächten sie auch ein ganzes Stück weiter.

Für das großes Ensemble habe sich ein Stück aus der Romantik angeboten, sagte Schmitt. Seine Wahl fiel auf das Paulus-Oratorium, weil es sowohl griffige Dramatik hat, als auch lyrische Teile enthält. Das über zwei Stunden dauernde Werk erzählt nach einer hymnischen Orchestereinleitung von der Verfolgung und Steinigung des Stephanus, der Bekehrung des Saulus zum Paulus und dem Wirken des Apostel Paulus einschließlich seiner Verfolgung.

Bei der Uraufführung des Oratoriums 1836 war 27-jährige Mendelssohn bereits ein etablierter Komponist. Der „Paulus“ katapultierte ihn an die Spitze des deutschen Musiklebens, wie der Mendelssohn-Biograph Larry Todd schreibt, und verhalf ihm zu einem internationalen Siegeszug.

Mit dem Paulus-Oratorium schlage Mendelssohn ein neues Kapitel in der Geschichte des Oratoriums auf, urteilt der Freiburger Musikwissenschaftler Meinrad Walter. Der Komponist blicke auf Bachs Choräle und Händels Chorsätze zurück und finde gleichsam neue Lösungen für die typischen Spannungsfelder eines Oratoriums: konzertant und modern einerseits, aber noch dem kirchlichen Erbe mit Bibeltext und Choralstrophen verpflichtet.

Aufführung und Vorverkauf

Die Aufführung des Paulus-Oratoriums im Rottenburger Dom ist am Sonntag, 16. Oktober, um 17 Uhr. Karten kosten im Vorverkauf (bei der WTG am Marktplatz unter Telefon 07472/916236) für Plätze im Mittelschiff 25 Euro, für Plätze im Seitenschiff und auf der Empore 18 Euro. Freier Eintritt für Kinder bis 12 Jahre, Schüler und Studenten erhalten 50 Prozent Ermäßigung. Es gibt auch eine Abendkasse.

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11.10.2016, 01:00 Uhr

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