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Michael Moore erkundet „Trumpland“
In der Höhle des Löwen

Michael Moore erkundet „Trumpland“

Das überraschend angekündigte, in New York vorgestellte Werk passt nicht zur sonst üblichen Filmsprache des 62-Jährigen Michael Moore. Trumpland“ ist eine Ein-Mann-Show geworden.

27.10.2016
  • Johannes Schmitt-Tegge (dpa)

Seine ersten Tage als US-Präsident verbringt Donald Trump dem Filmemacher Michael Moore zufolge etwa so: Statt von der Vereidigung am Kapitol zum Weißen Haus zu fahren, fliegt er mit dem Trump-Helikopter. Dann lässt er mexikanische Grenzstädte bombardieren, ordnet willkürliche Durchsuchungen durch die Polizei in ganz USA an und startet eine Reality-Serie in seinem eigenen TV-Kanal.

Dieser satirische Ausblick auf einen Wahlsieg des Republikaners ist aber auch das einzige, was an Michael Moores neuem Film nach einem typischen Michael Moore aussieht. Das überraschend angekündigte Werk passt nicht zur üblichen Filmsprache des 62-Jährigen, der die Mächtigen gern vor die Kamera holt, um unbequeme Fragen zu stellen. Stattdessen ist „Michael Moore in Trumpland“ eine Ein-Mann-Show mit Moore selbst in der Hauptrolle geworden. In der Trump-Hochburg Wilmington im Staat Ohio lädt er in ein Theater und erklärt rund 700 Zuschauern eine Stunde lang, was er an Hillary Clinton schätzt. Die bittere, beißende Brandrede gegen Trump, auf die viele Fans wohl gehofft hatten, bleibt aus.

„Ich wollte etwas Subversives machen, etwas, das niemand erwartet hätte“, sagt der Oscar-Preisträger. „Niemand braucht einen Film, der Dir sagt, dass Donald Trump ein riesiges Stück Scheiße und ein schrecklicher Mensch ist. Das ist der Grund, warum die Leute keine Dokumentationen sehen: Sie wissen schon, was der Film sagen wird.“ Witze über Trump schreibe der Republikaner dank seiner ausfallenden Bemerkungen ja sowieso jeden Tag selbst.

Was dem begabten Redner Moore an jenem Abend in Ohio gelingt, ist mit Hilfe von Humor und einem bewegenden Appell ein Brücke zu schlagen zwischen zwei Lagern im Saal. Er regt die Zuschauer an, nette Dinge über die sonst stets kritisierte und extrem unbeliebte Clinton zu sagen. Ein paar Gags auf Trump-Kosten leistet sich Moore trotzdem. Die Hispanics im Saal lässt er im Rang in eine Ecke setzen und durch eine Mauer abschotten, die Muslime in einer anderen Ecke werden sicherheitshalber von einer Drohne videoüberwacht.

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27.10.2016, 10:00 Uhr

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