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Mimi

Porträt einer 60-jährigen lesbischen Frau, die an der Seite der Regisseurin ihr bisheriges Leben erkundet.

Porträt einer 60-jährigen lesbischen Frau, die an der Seite der Regisseurin ihr bisheriges Leben erkundet.

MIMI
Frankreich

Regie: Claire Simon


- ab 0 Jahren

Tagblatt-Wertung

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24.11.2015

Die Geschichte ist schnell erzählt. Vater verschwindet, Mutter verzweifelt, die Söhne werden in eine Koranschule gesteckt. Vom Plot her war es das schon fast. Nichts Spektakuläres eben. Doch der Film beginnt hinter der Geschichte. Er erzählt vom Alltag im Tschad, einem der ärmsten Länder der Erde, von seinen weiten Horizonten, von der Sehnsucht nach dem Meer, von der Suche nach dem Vater, vom Leben ohne Vater, von einer sehr kurzen Kindheit und von der innigen Beziehung zweier Geschwister.

Obwohl der Film stellenweise dokumentarisch anmutet, vergisst er nicht, ein Spielfilm zu sein. Er spielt seine Bilder dramaturgisch aus. Da zieht etwa ein strahlendes Lächeln über die Gesichter und dann erst sieht man die auslösende Sonne, ein schönes Mädchen. Es ist taubstumm.

Bei dieser Rolle halfen alle anderen Mitarbeiter mit, indem sie mehrere Tage nur gestisch mit ihm kommunizierten. Regisseur Mahamat-Saleh Haroun erzählt dem Publikum hinterher auch, dass die Darsteller der beiden Brüder auf ihre Beziehung eingeschworen wurden, indem sie zwei Wochen lang ein Zimmer miteinander teilten. Erst war die Musik da und dann kam die Geschichte, verrät der Regisseur. Mit „Abouna“ ist ihm ein schöner, glaubwürdiger Film gelungen, der viel über eine sehr andere Kindheit sagt und über Glück und Trauer in einem Land, in dem die Depression noch eine seltene Krankheit ist.

Wie ein einziges Bild vom ganzen großen Ozean erzählen kann, so gelingt es „Abouna“ unaufgeregt, sparsam und unpathetisch ein lebendiges Bild von Leben und Leid in diesem afrikanischen Land abzugeben.

Spielplan

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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