Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Tödliche Testfahrt

Mindestens elf Opfer bei TGV-Unfall im Elsass - Auch Kinder an Bord

Mit mehr als 350 Stundenkilometern soll der TGV unterwegs gewesen sein. Der Zug entgleist, Waggons stürzen in einen Fluss. Elf Menschen sterben. Auch Kinder waren bei der Testfahrt an Bord.

16.11.2015
  • DPA

Straßburg . Als ob Frankreich nicht genug Leid zu verkraften hätte: Beim bisher schwersten Unglück des Hochgeschwindigkeitszugs TGV sind elf Menschen getötet worden. Die Ursache des Unfalls sei weiter unklar, sagte der Chef der französischen Staatsbahnen SNCF, Guillaume Pepy, gestern. Bei der Testfahrt waren demnach möglicherweise Kinder von Bahnmitarbeitern an Bord. Das Unglück könnte die geplante Eröffnung der neuen TGV-Schnellverbindung gefährden.

Ein verletzter Passagier sei im Krankenhaus gestorben, sagte Alexandre Chevrier von der Staatsanwaltschaft Straßburg. Es gebe zudem eine große Zahl von Verletzten, fügte er hinzu. Der Zustand von vier Menschen sei kritisch. Unter den Verletzten sollen sich laut der Nachrichtenagentur AFP auch Kinder befinden.

Der Zug war am Samstag bei einer Testfahrt auf einer neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke im Elsass entgleist, zwei Triebwagen und sechs Waggons stürzten von einer Brücke in den Rhein-Marne-Kanal. Die regionale Nachrichten-Website France Bleu Alsace hatte gemeldet, mindestens ein Kind sei getötet worden. Dies wurde zunächst nicht offiziell bestätigt.

Die Behörden der Präfektur gingen von überhöhter Geschwindigkeit als Ursache aus. Der Zug soll an der Kanalbrücke nördlich von Straßburg nahe Eckwersheim mehr als 350 Kilometer in der Stunde schnell unterwegs gewesen sein, wie Lokalmedien berichteten. Ein Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris vom Freitag wurde vorerst ausgeschlossen.

"Der Unfall war ein schwerer Schock", sagte SNCF-Chef Pepy. Es sei das erste tödliche Unglück mit einem TGV, seit die Schnellzüge 1981 ihren Dienst aufnahmen. Der Bahnchef betonte, dass sich ein solcher Unfall im Normalbetrieb nicht ereignen könne - es gebe automatische Sicherheitssysteme, die bei Testfahrten nicht aktiv seien. Die Fahrtenschreiber des TGV würden noch untersucht, sagte er. Das Unglück ereignete sich auf einer neuen Strecke, die im April 2016 in Betrieb gehen sollte. Als Folge des Unglücks könne eine Verschiebung dieses Termins nicht ausgeschlossen werden, berichtete AFP unter Berufung auf die Bahngesellschaft SNCF. Die TGV-Schnellverbindung zwischen Straßburg und Paris soll dann nur noch 1 Stunde und etwa 50 Minuten dauern. Zurzeit sind es etwa 2 Stunden und 20 Minuten.

Mindestens elf Opfer bei TGV-Unfall im Elsass - Auch Kinder an Bord
Von einer Brücke abgestürzter TGV: Entgegen der Bestimmungen sollen auch Kinder bei der Testfahrt an Bord gewesen sein. Foto: dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

16.11.2015, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball