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1100 Flüchtlinge sollen Lehre starten

Minister Schmid: Wirtschaft profitiert

Der Anteil ausländischer Beschäftigten ist im Land höher als im Bundesschnitt. Für Minister Schmid ein wichtiger Grund für den wirtschaftlichen Erfolg.

12.11.2015
  • DPA

Stuttgart Nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) ist Zuwanderung in den kommenden Jahren notwendig für die Firmen im Südwesten. "Baden-Württemberg ist seit vielen Jahren Einwanderungsland und profitiert davon nicht zuletzt auch wirtschaftlich", sagte Schmid. "Durch die demografische Entwicklung werden wir in 20 Jahren ohne Zuwanderung unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht halten können."

Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ohne deutschen Pass lag 2014 bei 12,4 Prozent, deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt. "Natürlich sind die Flüchtlinge nicht alle Ärzte oder Ingenieure, deshalb wäre es ein Fehler, hier eine alleinige Lösung der Fachkräftefrage zu erwarten", sagte Schmid. "Aber in manchen Bereichen können die Menschen, die jetzt zu uns gekommen sind, Lücken füllen, die sich ergeben oder schon ergeben haben." Damit die Firmen von der Flüchtlingswelle profitieren, müssten die Asylbewerber möglichst schnell in Arbeit gebracht werden. "Je schneller wir gerade die jüngeren Immigranten durch Sprachkurse und berufliche Ausbildung qualifizieren, desto schneller werden sie einen positiven Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt leisten", betonte Schmid. Die Bearbeitungszeit von Asylanträgen müsse verkürzt werden, damit die Flüchtlinge einen gesicherten Status bekommen. "Nur dann werden die Unternehmen bereit sein, Zuwanderer auszubilden und zu beschäftigen."

Mit Vertretern aus Wirtschaft und Verwaltung stellte Schmid ein Maßnahmenpaket vor, auf dessen Grundlage 2016 etwa 1100 Flüchtlinge eine Lehre starten könnten. "Das ist für den Einstieg und für diejenigen, die dafür infrage kommen, schon mal ein Wort", sagte der SPD-Politiker. Derzeit dürfen Asylbewerber vor ihrer Anerkennung nur unter bestimmten Bedingungen eine Lehrstelle beginnen. Bekommen sie einen Lehrvertrag, dürfen sie drei Jahre bleiben. Die Landesregierung will diese Garantiezeit auf "3+2" ausdehnen, stößt aber auf Widerstand im Bundesrat. Andreas Richter von der Industrie- und Handelskammer Stuttgart sagte, ein zwei Jahre längeres Bleiberecht sei wichtig. Flüchtlinge würden in hoher Zahl nur dann als Lehrlinge aufgenommen, wenn der Arbeitgeber wisse, dass sich seine Investition in die Ausbildung auch auszahle.


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