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Schäuble: Länger arbeiten

Minister entfacht Rentendebatte - Anhebung auf 70 Jahre im Gespräch

Finanzminister Wolfgang Schäuble hat eine neue Diskussion über die Anhebung des Rentenalters losgetreten. Dabei läuft schon die Rente mit 67.

22.04.2016
  • DIETER KELLER UND AGENTUREN

Berlin. Der Renteneintritt sollte automatisch an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden. Es mache "viel Sinn", einen festen Zusammenhang mit der Lebensarbeitszeit herzustellen, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in Berlin. So will er die Rente demographiefest machen. Er legte sich allerdings nicht konkreter fest, was dies für das Rentenalter bedeutet. Es wird derzeit bereits in Stufen auf 67 Jahre erhöht, was erst im Jahr 2031 abgeschlossen ist.

Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) lehne Schäubles Forderung nach einem späteren Rentenbeginn ab: "Das ist kein abgestimmter Vorschlag der Regierung", sagte ein Sprecher ihres Ministeriums. Nahles arbeitet an einem umfassenden Konzept zur Zukunft der Rente.

Als "billiges Ablenkungsmanöver des Finanzministers" bezeichnete DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach Schäubles Ideen. Jede Anhebung der Regelaltersgrenze sei de facto eine verdeckte Rentenkürzung. Denn damit steige die Zahl derjenigen, die vorzeitig mit höheren Abschlägen aus dem Erwerbsleben ausscheiden, weil sie es nicht gesund und in sozialversicherter Beschäftigung bis zur Rente schafften. Auch Linken-Chef Bernd Riexinger warnte vor Rentenkürzungen durch einen späteren Rentenbeginn.

Beifall kam dagegen von der Jungen Union (JU). Sie fordert ab 2030 eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters von 67 auf 70 Jahre. Andernfalls müsse das Rentenniveau so weit abgesenkt werden, dass immer weniger Menschen davon leben könnten, sagte JU-Chef Paul Ziemiak der "Rheinischen Post". Derzeit diskutiert die große Koalition über die Zukunft der Altersversorgung und insbesondere das Rentenniveau. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann und sein Unionskollege Volker Kauder (CDU) verwiesen nach einer Klausurtagung der Koalitionsfraktionen im Europapark Rust auf den Rentenbericht, den Nahles nach der Sommerpause vorlegen will. Er werde die "Grundlage für weitere Überlegungen" sein, sagte Oppermann.

Die jungen Leute zwischen 17 und 27 stellen sich heute schon darauf ein, bis weit über das 65. Lebensjahr hinaus arbeiten zu müssen, ergab eine repräsentative Umfrage von TNS Infratest.

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22.04.2016, 06:00 Uhr

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