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Ministerin beauftragt Gutachter im Fall Eventus
Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Foto: Sebastian Gollnow/Archiv dpa/lsw
Stuttgart

Ministerin beauftragt Gutachter im Fall Eventus

Nach dem mutmaßlichen Millionenbetrug um die Stuttgarter Wohnungsgenossenschaft Eventus nimmt der Druck auf den zuständigen Prüfverband zu.

28.03.2018
  • dpa/lsw

Stuttgart. Auch nach einer freiwilligen Untersuchung des Verbands baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen (VBW) durch den Bundesverband der deutschen Wohnungswirtschaft (GdW) sind aus Sicht des Wirtschaftsministeriums von Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) weiterhin Fragen offen.

Die für die Aufsicht über die genossenschaftlichen Prüfverbände zuständige Ressortchefin will daher externen Sachverstand hinzuziehen und eine Wirtschaftsprüfungskanzlei mit einem Gutachten beauftragen, wie eine Sprecherin der CDU-Politikerin sagte. Sie bestätigte einen Bericht der «Stuttgarter Zeitung» (Donnerstag). Das Gutachten soll klären, ob der VBW gegen Pflichten nach dem Genossenschaftsgesetz verstoßen habe. Es gehe besonders darum, ob er die Pflichtprüfungen ordnungsgemäß durchgeführt und die erforderlichen Maßnahmen ergriffen habe. Derzeit laufe das Vergabeverfahren für das Gutachten, Ergebnisse erwarte man bis zum Sommer, sagte die Sprecherin. Der Fall sei «äußerst komplex und vielschichtig», man betrete «bundesweit Neuland».

Das Ministerium hatte auch auf Vorwürfe der Geschädigten reagiert, die nach der Insolvenz massive Kritik an der Aufsicht übten. Weil diese zu spät und nicht konsequent genug auf Missstände reagiert habe, hätten sie viel Geld verloren. Der Prüfungsverband VBW hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Gegen den Eventus-Gründer laufen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs in Millionenhöhe. Er sitzt in Untersuchungshaft. Mehreren hundert Anlegern droht der Verlust ihrer Einlagen. Sie sollen nach Angaben einer Interessensgemeinschaft mehr als zehn Millionen Euro in das Unternehmen investiert haben.

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28.03.2018, 17:36 Uhr | geändert: 28.03.2018, 17:30 Uhr

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