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Ministerin wirbt für Karriere ohne Studium
Praxiserprobtes Angebot zur Berufsorientierung: Kultusministerin Susanne Eisenmann. Foto: dpa
Mehr Berufsorientierung an Gymnasien geplant

Ministerin wirbt für Karriere ohne Studium

Zum neuen Pflichtfach Wirtschaftskunde kommt jetzt in den Gymnasien mehr Berufsinformation. Denn nicht alle Abiturienten sollen studieren.

01.10.2016
  • ANDREAS BÖHME

Stuttgart. Mit den neuen Bildungsplänen wird auch die Berufsorientierung wichtiger. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) stellte zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit einen Leitfaden vor, der Lehrern helfen soll, in der Kursstufe des Gymnasiums den Blick der Schüler weg von der Uni hin zu anderen Ausbildungswegen zu weiten.

Es gebe 18 000 Studiengänge, aber auch 6000 verschiedene Berufe mit mehr als 300 qualifizierten Ausbildungen, sagte Eisenmann. Das Programm will aufzeigen, welche Karrierechancen sich außerhalb der Unis bieten und ist in Module gefasst, die auf die vier Halbjahre der Kursstufe verteilt werden können.

Das laut Eisenmann praxiserprobte Material wird durch ein Online-Angebot ergänzt. Es beginnt zumeist mit einem Orientierungstest, beinhaltet einen Informationstag, an dem sich auch Firmen beteiligen sollen und führt bis zum (freiwilligen) Bewerbungstraining.

Das Handwerk begrüßt das Angebot, das im Lehrplan integriert wird und ohne zusätzliche Lehrerstellen auskommt. „Abiturienten müssen mehr erfahren über die Vielfalt der Handwerksberufe und ihrer Karrieremöglichkeiten“, sagte Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold. Man erwarte ausgewogenere Informationen, vielleicht auch über die Arbeitsmarktchancen: Menschen mit Berufsabschluss sind seltener arbeitslos als Akademiker, sagt Christian Rauch, Chef der südwestdeutschen Arbeitsagentur. Oder über Gehälter: Für Mechatroniker würden im Schnitt in der Region Stuttgart 4700 Euro monatlich gezahlt, mehr als in vielen akademischen Berufen. Rauch: „Das Gymnasium muss nicht automatisch zum Studium führen“ – zumal rund ein Viertel der baden-württembergischen Studenten die universitäre Ausbildung abbricht. Auch der Arbeitgeberverband begrüßt die Berufsorientierung.

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01.10.2016, 06:00 Uhr

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