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Minuszinsen
kosten
Milliarden
Jens Weidmann, der Präsident der Bundesbank. Foto: dpa
Banken

Minuszinsen kosten Milliarden

Negative Zinsen machen den Kreditinstituten zu schaffen. Sie bräuchten das Geld für neue Aktivitäten.

07.04.2017
  • DIETER KELLER

Berlin. 450 Mio. EUR negative Zinsen überweisen die Banken in Europa jeden Monat an die Europäische Zentralbank (EZB). Aufs Jahr hochgerechnet sei das eine „Sondersteuer“ von mehr als 5 Mrd. EUR, klagte der Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), Hans-Walter Peters, auf dem Deutschen Bankentag in Berlin. Dabei bräuchten die Institute das Geld für die Digitalisierung, neue Geschäftsfelder sowie die Erhöhung der Kapitalbasis.

Wann die EZB ihre Politik ändert, ist für Peters „Stochern im Nebel“. Er hofft, dass sie bis zum Jahresende den Umfang ihrer Anleihekäufe deutlich reduziert und 2018 die Zinswende kommt. Bundesbankpräsident Jens Weidmann vermied jede Festlegung, auch wenn er die Tendenz mit der wirtschaftlichen Erholung im Euro-Raum und steigender Inflation positiv einschätzt. Zumindest einen Hinweis gab er: Die Regierungen im Euro-Raum sollten sich auf höhere Zinsen vorbereiten. Verglichen mit dem Zinsniveau von 2007 hätten sie zusammen fast 1000 Mrd. EUR an Zinsen gespart, so Weidmann. Auch Peters warnte vor Zinsänderungsrisiken „in beträchtlicher Höhe“, die sich in den öffentlichen Haushalten und den Bankbilanzen aufgetürmt hätten.

Derzeit kämpfen die Privatbanken, die im BdB organisiert sind, mit zahlreichen offenen Fragen. Dazu gehören die Folgen des Brexit und einer möglichen Deregulierung in den USA. Entgegen den Ankündigungen des neuen US-Präsidenten Donald Trump erwartet Peters keinen völligen Kurswechsel, etwa beim mindestens erforderlichen Eigenkapital. Allerdings pocht er auf gleiche Wettbewerbsregeln.

Einerseits stehen die deutschen Banken nach Einschätzung von Peters bei der Kapitalbasis heute besser da als noch vor der Finanzkrise. Andererseits kämpfen sie mit zu niedrigen Gewinnen. Daher halte der Druck zu Personalabbau an, erwartet BdB-Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer. Dafür sorge schon die Digitalisierung, die in manchen Bereichen zu Rationalisierung führen werde. Dieter Keller

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07.04.2017, 06:00 Uhr

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