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„Mir fallen oft Pointen ein“
Oliver Wnuk ermittelt als Kommissar Hinnerk Feldmann. Foto: ZDF
Oliver Wnuk

„Mir fallen oft Pointen ein“

Der TV-Star und Autor spricht über den neuen Nordsee-Krimi, seine Mitarbeit am Drehbuch und warum ihm die Schauspielerei nicht reicht.

03.01.2017
  • CORNELIA WYSTRICHOWSKI

Mainz. Die Comedyserie „Stromberg“ hat den Schauspieler Oliver Wnuk bekannt gemacht. Heute ist er in der ZDF-Krimireihe „Nord Nord Mord“ in der Hauptrolle zu sehen. Doch die Schauspielerei reicht dem 40-Jährigen nicht.

Herr Wnuk, in der Krimireihe „Nord Nord Mord“ spielen Sie an der Seite von Robert Atzorn einen Ermittler auf Sylt. Wie gefällt es Ihnen auf der Insel der Reichen und Schönen?

Oliver Wnuk: Ich finde Sylt super. Ich hatte anfangs Schwierigkeiten, mich an die typische Sylt-Klientel zu gewöhnen, die restaurierten Schönen, die Neureichen und das Partyvolk. Aber da wir glücklicherweise oft in der Nebensaison arbeiten, teilen wir uns die Insel mit den sympathischen Sylter Originalen.

Sie haben am Drehbuch zur aktuellen Folge mitgeschrieben. Was genau war Ihre Aufgabe?

Ich würde es eher „mitgewerkelt“ nennen. Ich sehe mich für die komödiantische Abteilung mitverantwortlich. Ich habe einige Dialoge bearbeitet und ein, zwei Szenen hinzugefügt. Ich freue mich, wenn ich nicht nur als Schauspieler gefordert bin, sondern auch weiter aus meinem Potenzial schöpfen kann.

Wie kam es dazu, dass Sie als Hauptdarsteller so aktiv hinter der Kamera mitwirkten?

Der Hinnerk Feldmann war ja ursprünglich nicht so lustig und humorvoll angelegt. Aber unser Team wollte nicht noch einen Krimi machen, in dem es trocken heißt: „Wo waren Sie gestern Abend?“, es sollte einen Ticken amüsanter und etwas skurriler sein. Deshalb arbeite ich schon seit der ersten Folge mit, zum Beispiel fallen mir oft am Set Pointen ein. Dieses Mal und schon bei der vorherigen Folge habe ich schon vor Drehbeginn aktiv mitgearbeitet.

Es wird oft geklagt, dass die Drehbücher für deutsche Filme schlecht seien. Ist das so?

Zu sagen, die Drehbücher in Deutschland wären alle schlecht, wäre völliger Quatsch. Wir haben ein unglaubliches Potenzial an großartigen Drehbuchautoren. Bei manchen Genres, die bedient werden müssen, schielt man eben nicht auf den Pulitzerpreis. Manche Bücher werden auch seicht durch die Bearbeitung.

Wie gehen Sie mit Kritik an Ihren Romanen um, zum Beispiel mit den Lesermeinungen im Internet?

Naja, solange die positiven Kommentare überwiegen und die Leute die Bücher kaufen, geht das schon (lacht). Aber bei Amazon ist es echt hart, da können die Käufer ja Sterne vergeben, und wenn ein Leser einem zwei Sterne reinhaut und dadurch die Gesamtbewertung nach unten drückt, ist das natürlich nicht so schön. Zum Glück liegt mein letzter Roman bei 4,6 von 5 Sternen. Also, alles gut (lacht).

Warum schreiben immer mehr Schauspieler Bücher? Aus Kreativität oder weil sie ein zusätzliches finanzielles Standbein benötigen?

Bei mir sind es beide Komponenten. Zum einen darf man sich als Schauspieler nicht ernsthaft einbilden, man könnte den Job bis zur Rente durchweg erfolgreich ausüben. Das wird immer schwerer und wird den allerwenigsten gelingen. Zweitens ist die Schauspielerei eine reproduzierende Arbeit. Es ist nichts, wo ich aus mir selbst schöpfe, ich bin weisungsgebunden, auch wenn ich bei „Nord Nord Mord“ etwas kreativer sein darf. Aber wenn ich einen eigenen Text schreibe, kann ich über andere Dinge nachdenken, die für mich persönlich eine längere Halbwertszeit haben als Geschichte eines Films.

Info „Nord Nord Mord“, heute, ZDF, 20.15 Uhr

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03.01.2017, 06:00 Uhr

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