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Wie die „glorreichen Sieben“ das Laufen lieben lernten

„Mir geht es wunderbar“

Laufen soll gesund sein und Spaß machen. Heißt es. Aber stimmt das auch? Ist es nicht viel schöner, gemütlich auf dem Sofa zu sitzen? Wir fragten sieben Leute, die sich mit beidem gut auskennen.

15.09.2012

Kreis Tübingen. Edith Uhlig ist eine der sieben Teilnehmer/innen des TAGBLATT-Laufprojekts. Als sie sich vor vier Monaten für die Aktion bewarb, konnte sie sich im Traum nicht vorstellen, dass sie jemals zehn Kilometer am Stück laufen würde. Sie hielt sich für unsportlich, ließ sich immer wieder vom Sofa verführen.

Doch morgen wird sie, genau wie die anderen „glorreichen Sieben“ beim Erbe-Lauf antreten. Vier Monate hat die 49-Jährige für das große Ziel trainiert, hat gekeucht und geschwitzt, hat gelitten und manchmal auch an sich gezweifelt, aber nie aufgegeben. Heute kann sie staunend von sich sagen: „Ich bin tatsächlich runter von der Couch und laufe immer noch.“

Laufen gehört jetzt zu ihrem Alltag dazu. Sie läuft regelmäßig, bei jedem Wetter, morgens oder abends. Und ihr geht es „wunderbar“ damit. Auf Schnelligkeit kommt es ihr nicht an: „Ich laufe einfach nur mein Tempo.“ Viel wichtiger ist ihr, überhaupt ins Ziel zu kommen: „Das ist mein persönlicher Sieg.“ Einen Sieg, den sie nicht zuletzt dem Tübinger Sportinstitut und Dieter Baumann verdankt, dem Coach der bunt zusammen gewürfelten Gruppe. Für Edith Uhlig ist er nichts weniger als „unser God-father of Motivation“.

Auch Annette Sauter will aufs regelmäßige Laufen nie mehr verzichten: „Während des Laufens kann ich so schön meinen Gedanken nachhängen und abschalten“, sagt die 36-jährige Biologin. Und wenn sie hinterher frisch geduscht am Tisch sitze, dann „fühle ich mich wie neugeboren“.

Moritz Astfalk ist der einzige Schüler in der Gruppe. Auch er hat durchgehalten und sogar fünf Kilo abgenommen. Was ihm am Laufen besonders gefällt, sind die „magischen Momente“: „Einmal habe ich beim Laufen in der Abenddämmerung ein kleines Rehkitz auf einer Wiese gesehen.“ Insgesamt fühlt sich der 17-Jährige heute „entspannter, fitter und allgemein besser“.

Nicht leicht getan hat sich Sona Hannaleck mit dem Training, schließlich ist die gebürtige Inderin in ihrem ganzen Leben niemals eine längere Strecke gelaufen. Doch dank der Gruppe und der festen Laufzeiten hat auch sie durchgehalten. Selbst im Urlaub in der heißen Türkei raffte sie sich zum Laufen auf. Jetzt will die 47-Jährige ihre „Lust am Laufen“ auch anderen weitergeben und startet einen Lauftreff „nur für Frauen“.

Dagmar Sinner fand sehr angenehm, wie das regelmäßige Laufen die Wochen strukturierte. Der 54-Jährigen hat es Spaß gemacht, „mit der Gruppe zu wachsen“. Aufgefallen ist ihr, dass dank des Laufens „die Sensibilität für die eigenen Stärken und Schwächen“ größer wurde.

Männer interessieren sich mehr für Leistung und messen sich auch lieber, sagt man. Ein Vorurteil, das aber auf die „glorreichen Sieben“ ganz gut zu passen scheint. „Was mir an der Sache am besten gefallen hat“, sagt etwa Josef Kittel, 62, „sind die körperlichen Fortschritte sowohl in Ausdauer als auch Schnelligkeit, die ich bei mir Woche für Woche feststellen konnte.“ Mit dem messbaren Erfolg auf der Laufstrecke sei auch das „seelische Wohlbefinden“ gestiegen.

Auch Andreas Lapp-Zens, 54, hat schon früh angefangen, bei den regelmäßigen Lauftreffs auf die Uhr zu schauen, was die anderen gelegentlich etwas beunruhigte. Mittlerweile schafft der Sozialpädagoge die zehn Kilometer in beachtlichen 53 Minuten und hat sich für den Erbe-Lauf noch eine Steigerung vorgenommen. Das regelmäßige Laufen, stellte er fest, „hat meine körperliche Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden deutlich verbessert“. Mitunter erlebe er jetzt sogar schon „das Hier-und-Jetzt-Gefühl eines erfahrenen Langstreckenläufers“.

„Mir geht es wunderbar“

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15.09.2012, 12:00 Uhr

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