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Einen Derbysieger gegeben

Mit 4:1 gewinnt der SV Nehren bei der TSG Tübingen

Hört sich deutlich an – war es aber nicht. Vor 300 Zuschauern hat der SV Nehren das Fußball-Landesliga-Bezirksderby bei der TSG Tübingen mit 4:1 (1:0) gewonnen. Die Tübinger spielten fast eine halbe Stunde zu zehnt.

04.10.2012
  • Tobias Zug

Tübingen. Es gab wenig, was Nehrens Angreifer Pedro Keppler nicht lautstark forderte inmitten des Kreis seiner dahinknienden Nehrener Mitspieler: Mal sollten diese ihm ein „U“ geben, mal ein „A“, und gleich zwei Mal „ein Derbysieger“. Soeben hatte der SVN das Bezirks-Duell gewonnen, und Tübingens Trainer Michael Frick versuchte seine Kicker aufzurichten – außer Ersatzspieler Christoph Birgel, der sofort nach Spielschluss in die Kabine trottete und auch von Co-Spielertrainer Goran Divljak da nicht mehr herauszubekommen war.

Schlecht gespielt haben die Tübinger nicht, auch wenn SVN-Spielführer Jakob Braun registrierte: „In der zweiten Halbzeit hatten die keine richtige Chance mehr.“ Doch die letzten 23 Minuten spielte die TSG auch nur noch zu zehnt, nachdem Mittelfeldspieler Oliver Lapaczinski die gelb-rote Karte gesehen hatte. Drei Minuten zuvor hatte Schiedsrichter Markus Dorner (Kißlegg) für ein Foul von Lapaczinski an Armando Munoz-Dominguez die Karte noch stecken lassen – aber dafür Foulelfmeter gegeben, weil’s im Strafraum gewesen war. Jakob Braun lief an und lupfte den Ball frech in die Mitte – an die Latte, auch den Nachschuss schoss er drüber. „Wie bei Zidane“, sagte Braun, „nur ging bei ihm der Ball noch rein…“

Es wäre das 3:1 gewesen für den SVN gewesen, der sich bis dahin schwer tat gegen eine spielfreudige TSG. Doch bei den Nehrener Innenverteidigern Kevin Frank und Robert Keller endeten meist die Angriffe. „Die Beiden haben richtig gut gestanden da hinten“, sagte Braun. Nach einem Rückpass von Nehrens Andreas Bäuerle (13.) schlug Keppler über den Ball, doch Munoz-Dominguez stand dahinter und schoss den Ball zum 1:0 ein. Danach hatte die TSG eine Phase mit guten Torchancen, doch David Birgel scheiterte (24.) gleich zwei Mal. Nach der Pause war erst einmal Nehren am Drücker – und ging mit 2:0 in Führung: Bäuerle schießt stramm von rechts, und Jakob Braun hält im Strafraum den Fuß hin, Tor.

Am nächsten Tor war Braun wieder beteiligt: Er foulte Außenverteidiger Marcelo Rauscher im Strafraum, den fälligen Foulelfmeter nutzte David Birgel (52.) zum 1:2. Doch nach Lapaczinskis gelb-roter Karte konterte Nehren die TSG aus, Pedro Keppler aus abseitsverdächtiger Position (77.) und der eingewechselte Luigi Felici (88.) per Kopf nach einem Eckball von Bäuerle schossen die restlichen Tore zum Sieg. Die Tübinger haderte derweil mit Schiedsrichter Dorner: Unter anderem forderten sie vergeblich einen Foulelfmeter (72.), als Pirmin Glück sich gegen drei Nehrener durchsetzte und von Salvatore Cerabona kurz gehalten wurde aber nicht fiel. „Ich müsste ja fordern, dass er sich fallen lässt“, sagte TSG-Coach Frick, „aber als Sportler ist es falsch, das zu tun!“ Dennoch sah er viel Positives bei seinem Team: „Bis zum 1:3 waren wir gleichwertig. Die gelb-rote Karte kann man sicherlich geben – aber dann muss der Schiedsrichter auch seine Linie durchziehen.“

Ob die TSG jetzt im Abstiegskampf ist? „Das ist doch wurscht“, sagte TSG-Trainer Michael Frick und fragte rhetorisch: „Was ändert sich, wenn ich den jetzt ausrufen würde?“ Wenn’s ein paar Prozente aus seiner Mannschaft rauskitzeln sollte – dann bitteschön! Aber vorerst rufen sie in Tübingen mal nichts aus. Auch keinen Derbysieger.

TSG Tübingen: Stefan Baumann; Luib (85. Erl), Knoll, Schmetzer, Rauscher, Rammeiser (72. Thomsen), Fetzer (70. Divljak), David Birgel, Lapaczinski, Glück, Frey.

SV Nehren: Konradi; Amann, Keller, Kevin Frank, Seemann (46. Cerabona), De Souza Ferreira, Munoz-Dominguez (72. Felici), Braun, Glasbrenner (79. Hermann), Bäuerle, Keppler.

Mit 4:1 gewinnt der SV Nehren bei der TSG Tübingen
Rutsch mir doch den Buckel runter: Sebastian Knoll (oben) auf Nehrens Pedro Keppler, im Hintergrund Oliver Lapaczinski. Bild: Ulmer

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04.10.2012, 12:00 Uhr

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