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Die Pläne der Tübinger Jazz- und Klassiktage

Mit Hugo Strasser als Stargast

Rund 60 Konzerte von gut 50 Veranstaltern stehen im Oktober wieder auf den Tübinger Jazz- und Klassiktagen an.

22.08.2012
  • Wilhelm Triebold

Tübingen. Bei den letzten Jazz- und Klassiktagen hielt der Organisationschef auf offener LTT-Bühne eine Brandrede. Falls sich nicht manches zum Besseren wende, sprach Sven Gormsen, sei mit der 15. Folge, also 2013, Schluss.

„Das gilt immer noch“, bekräftigt der Jazz-Enthusiast Gormsen beim TAGBLATT-Vorgespräch zu den im Herbst anstehenden 14. Jazz- und Klassiktagen. Das Festival, das in erster Linie aus der Bündelung vorhandener Reserven und Ressourcen vor allem aus der Jazzszene besteht, verfügt noch immer nicht über die nötige Finanzausstattung und die Sicherheit, die eine solche Unternehmung eigentlich zwangsläufig braucht.

Immerhin, die Stadt hat ihr Engagement etwas verstärkt. Zuletzt waren es 5000 Euro plus 1500 Euro fürs Eröffnungskonzert und 500 Euro fürs Marketing, also 7000 Euro, die Tübingen für sein derzeit wichtigstes Musikfestival beisteuerte. Künftige sollen es 9000 Euro sein. Gormsen verhehlt nicht: „Ich hätte gern mehr. Und denke in Richtung 15 000 Euro.“ Das allerdings steht derzeit in den Sternen.

Zwischen 35 000 und 40 000 Euro, rechnet Gormsen vor, brauchen die Jazz- und Klassiktage für Werbung und Löhne. Und für zwei eigenverantwortlich organisierte Konzerte, eines zur Eröffnung und eines für den Großsponsor Sparkasse.

Doch der größte Sponsoren-Batzen kommt von den Anzeigenkunden fürs Programmheft. Danach folgt die Kreissparkasse, die ihren Grundbetrag fürs Festival nochmal verdoppelt hat. Erst danach kommt erst die Stadt.

Das Programm steht soweit, und offiziell eröffnen wird am 13. Oktober wiederum im LTT jenes Cello-Ensemble „±12 Vc“, das aus der Musikschule hervorgegangen ist und neulich erst bei der Tübinger Wassermusik die Stocherkähne zum Mitschaukeln brachte.

Gipfeltreffen der alten Herren

Ein paar weitere Highlight seien hier bereits aufgezählt. Vielleicht nicht vom Bekanntheitsgrad, wohl aber von der Klasse gehört der serbische Trompeter und Flügelhornist Dusko Goykovich hier unbedingt ganz weit nach oben, und Jazzfan Sven Gormsen kriegt auch gleich leuchtende Augen wenn er den Namen erwähnt. Goykovich, der in jüngeren Jahren bei Max Greger und Kurt Edelhagen gespielt hat, machte später selbst als Solist, Arrangeur und Bandleader mehr Furore als Karriere. Am Abend seines Tübinger Auftritts kann man mit ihm Geburtstag feiern. Denn Goykovich, der im Sudhaus von der Wüste-Welle-Bigband begleitet wird, ist just am einem 14. Oktober geboren, und zwar dann vor 82 Jahren.

Noch ein paar Jährchen mehr hat jener alte Herr aufzubieten, der am 18. Oktober im Sparkassen-Carré aufspielt: Bandleader-Legende Hugo Strasser wurde im vergangenen April 90 Jahre alte. Unter seinen vielen Aktivitäten und Stationen sei wiederum Max Gregers Combo genannt, in der Strasser nach 1949 (!) mit dabei war. Mit den Alt- und Allstars Greger und Paulchen Kuhn ging der Senior 2005 und 2006 zwei Mal auf viel beachtete Tour, als Swing-Oldies samt SWR-Bigband und mit „A Tribute to Glenn Miller“.

Zu seinem 65. Geburtstag entstand die Formation „Hot Five“, die jetzt in Tübingen auf Lokalmatador Dizzy Krisch trifft. Ein Gipfeltreffen der besonderen Art. Helen Schneider ist nach 2009 mal wieder auf den Jazz- und Klassiktagen dabei, und mit dem Tingvall Trio hat das Festival womöglich würdige Nachfolger von Esbjörn Svensson in Aussicht gestellt.

Ein bisschen kurz, wenn nicht zu kurz, kommt wiederum der Klassikanteil. „Was uns fehlt, ist eine Person für die Klassik, wie sie Richard Kaiser für den Jazz ist“, klagt Gormsen. Der Kopf von Jazz im Prinz Karl lässt sich nun aber nicht für den Klassiksektor klonen. Also ist Gormsen weiter unverdrossen auf der Suche. Klassik-Impresarios, bitte melden!

Mit Hugo Strasser als Stargast
Will die Tübinger Jazz- und Klassiktage weiter auf solide Füße stellen: Organisator Sven Gormsen. Privatbild

Mit Hugo Strasser als Stargast
Fünf soignierte Herren und eine Dame: Das sind Hugo Strasser (mit Klarinette), seine „Hot Five“ und als Gast der Tübinger Vibraphonist Dizzy Krisch (ganz rechts), der die Combo zum Sextett erweitert. Die sechs werden in Oktober auf den 14. Tübinger Jazz- und Klassiktagen aufspielen.Bild: JKT

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22.08.2012, 12:00 Uhr

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