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HipHop auf dem Schulhof

Mit Kniffler’s Mum und vielen Helfern stemmen Jugendliche das Rockt den Acker-Festival

Schüler/innen des Karl-von-Frisch-Gymnasiums haben innerhalb kürzester Zeit – nämlich in den Wochen seit dem Abitur – das zehnte Rockt-den-Acker-Festival organisiert. Die Erfahrungen aus dem Vorjahr kommen ihnen dabei zugute. Und endlich müssen sie auch nicht mehr für jede Autofahrt die Eltern um Hilfe bitten.

01.07.2014
  • Gabi Schweizer

Dußlingen. Wie gut sich Amelie Jonas noch an den Stress vom vergangenen Jahr erinnern kann: Damals schon gehörte sie zum harten Kern des Organisationsteams, und am Festival-Wochenende war an Ruhe nicht zu denken. Jetzt, ein Jahr später, wirkt sie selbst wenige Tage vor Festival-Beginn noch recht entspannt. „Wir haben alles ein bisschen spät gemacht, aber es hat schon noch geklappt.“

Wir, das sind in erster Linie Amelie Jonas (17), Max Mages (18), Carolina Buchalik (17) und Jens Dieter (18), allesamt Abiturient(inn)en. Klassischerweise kümmert sich die elfte Klasse ums jährliche Musikfestival auf dem Pausenhof des Karl-von-Frisch-Gymnasiums, aber heuer hat sich von ihnen niemand gefunden, der zum Kern des Organisationsteams gehören wollte. So haben die Zwölfer, die nach bestandenem Abitur gar keine Schüler mehr sind, sich noch einmal bereit erklärt. Sie profitieren nun von den Erfahrungen aus dem Vorjahr. Techniker, Bäcker, Sponsoren – „die Leute kannten uns schon“, berichtet Amelie Jonas. Mit Max Mages und Jens Dieter sind heuer zwei 18-Jährige unter den Helfern. Sie dürfen also auch mal selbst einen Vertrag unterschreiben – im vergangenen Jahr mussten dafür oft die Eltern herhalten. Vor allem aber dürfen sie mal schnell mit dem Auto dies und jenes abholen.

Lauter lokale Bands haben es ins Line-up geschafft – der Deutschrocker Johnny Ton aus Stuttgart hat die weiteste Anreise. Die Suche gestaltet sich inzwischen relativ einfach. Denn das Festival ist offenbar bei einschlägigen Agenturen als Konzertveranstalter gelistet, und so finden die Organisator(inn)en auch ohne eigenes Zutun immer wieder Band-Anfragen in ihrer Mailbox vor. Headliner des Rock-Festivals ist ausgerechnet eine HipHop-Band: Kniffler’s Mum stehen kurz vor der Veröffentlichung ihres ersten Albums („Mein Kind ist das schönste“), haben aber bereits einige erfolgreiche Singles aufgenommen und viele Jahre Bühnenerfahrung. Beim Rockt den Acker-Festival traten sie bereits 2011 auf. Auch andere Bands gehen in Richtung Hip Hop – auch ein Schüler der benachbarten Maria-Sibylla-Merian-Realschule kam als Nachzügler noch ins Line-up, fehlt darum aber auf dem Plakat.

Die meisten Bands, so erklärt Max Mages, machen Rock und Pop. „Aber nicht so krassen Hard-Rock“, ergänzt Carolina Buchalik. „Pitch Mary geht ein bisschen in die Richtung“, wendet Max ein. Elektro ist dieses Mal gar nicht vertreten.

Viele Musiker sind aus der unmittelbaren Umgebung: Die Calves kommen aus Gomaringen – sie machen Rock. Das ist auch das Genre von Brothers of Ivory. Maximal 15 Jahre alt sind die Bandmitglieder von Triple – sie gehen alle auf dem Höhnisch zur Schule und haben schon im vergangenen Jahr den Pausenhof mit Popmusik beschallt. Dieses Jahr nicht dabei ist die Teenie Pop Gang, der heimliche Headliner von 2013 – sie spielten an vorletzter Stelle, begeisterten das Publikum aber am meisten. „Sie haben aus studientechnischen Gründen keine Zeit“, bedauert Carolina Buchalik.

Der Eintritt ist wie immer frei. Finanziell müssen die Organisator(inn)en mit dem Geld über die Runden kommen, das Sponsoren zur Verfügung stellen und das über den Essens- sowie Getränkeverkauf hereinkommt. Am Einlass wird die eigens engagierte Security-Firma sicherstellen, dass niemand Fremdalkohol einschleust. Aber davon abgesehen hoffen die Jugendlichen auf die Solidarität der Gäste – dass draußen niemand Flüssiges bunkert.

Wie immer wird das Rockt-den-Acker-Festival ausschließlich von Jugendlichen gestemmt. Sie würden aber von der Schulleitung unterstützt, betont Amelie Jonas. „Und von Andy, unserem Hausmeister.“ Der Gemeindeverwaltungsverband als Schulträger bekommt zudem eine Liste mit jeweils zwei Lehrern, die nacheinander auf dem Festivalgelände präsent und bei Problemen ansprechbar sind.

Vor allem aber bekommt das Orga-Team Unterstützung von zahlreichen Mitschüler/innen ab der neunten Klasse, die Würstchen braten, Getränke verkaufen oder beim Auf- und Abbau helfen. Deswegen sind Amelie, Carolina und Max optimistisch, dass es im nächsten Jahr, wenn sie den Höhnisch längst verlassen haben, wieder ein Rockt den Acker-Festival geben wird.

Mit Kniffler’s Mum und vielen Helfern stemmen Jugendliche das Rockt den Acker-Festival
Das Team: Max Mages, Amelie Jonas und Carolina Buchalik (von links, es fehlt Jens Dieter). Das Plakat hat Max Mages mit Unterstützung seiner Eltern entworfen. Bild: Schweizer

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01.07.2014, 12:00 Uhr

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