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Kommentar

Mit Krumrey kann es nur besser werden

„Einen Tod muss man sterben“, bestätigte Volker Schmidtke beim Runden Tisch Kultur im Februar die Befürchtungen des TC Schwarz-Weiß, dass das Parkett im großen Saal aufgrund des auf das Orchester zugeschnittenen Belüftungssystems zum Tanzen ungeeignet sei. Aber im Bedarfsfall, so der Geschäftsführer damals, ließe sich problemlos ein Tanzparkett einbauen.

13.06.2012

Jetzt ist er auch ohne Tanzparkett ausgerutscht. Schon seit Monaten gab es aus den Reihen der Kulturschaffenden, aber auch aus dem Gemeinderat, immer wieder heftige Kritik am Geschäftsgebaren des Hallenmanagers, der sich von Beginn an für das inhaltliche Profil der Halle nicht zuständig gefühlt hatte.

Der aus Dresden kommende Werbefachwirt sah seine Stärke vielmehr im Akquirieren von Messen und Tournee-Veranstaltungen. Die Stadtverwaltung ihrerseits wollte Schmidtke keinen (teuren) künstlerischen Intendanten zur Seite stellen, verwies vielmehr auf die Potenziale des Kulturamts.

Wie man hört, soll aber die Zusammenarbeit mit Kulturamtsleiter Werner Ströbele seit längerem gestört gewesen sein. Auch mit Klaus Kessler, dem Leiter der Stadthallen-Projektgruppe, hat es wohl nicht mehr richtig funktioniert. Dennoch hat sich die Stadtverwaltung – und allen voran Oberbürgermeisterin Barbara Bosch – vor Wochen vehement vor Schmidtke gestellt, als die Rausschmiss-Forderungen virulent wurden.

Was passiert ist, dass sie ihn nun doch fallen lässt, darüber lässt sich trefflich spekulieren. Aus dem Aufsichtsrat drang gestern nur so viel nach außen: Erleichterung. Genugtuung ist ohnehin fehl am Platz. Denn dafür steht für die Kulturstadt zu viel auf dem Spiel.

Seit Montag, meinte einer aus dem Gremium, könne er endlich wieder ein wenig besser schlafen. Auch über die Abfindung für den glücklosen Geschäftsführer will verständlicherweise niemand reden. Wird das Schweigegelübde gebrochen, würde die Personalie wesentlich teurer werden, denn dann könnte Schmidtke, der nach Hans-Jürgen Gaida nun schon der zweite Hallen-Geschäftsführer ist, der von der Stadt abgefunden werden muss, auf Erfüllung seines Fünf-Jahres-Vertrages pochen.

Voll des Lobes aber sind alle für den Interims-Manager Klaus Krumrey, der eine große Erfahrung im Hallen-Management hat und nun die Kohlen aus dem Feuer holen soll. Wieder einmal. Krumrey, der im Februar 2008 in Darmstadt die Geschäftsführung des Kongresszentrums „Darmstadtium“ übernommen hatte, nachdem sein Vorgänger fristlos entlassen worden war, ist auch in Reutlingen kein Unbekannter.

Bereits im Dezember 2008, also während seiner dreijährigen Amtszeit in Darmstadt, war er als „Berater auf Zeit“ für die Projektgruppe Stadthalle tätig. Schon damals fand es der TAGBLATT-Redakteur Wolfgang Alber übrigens seltsam, dass sich ein so erfahrener Mann lediglich mit der Infrastruktur, „nicht aber mit der Konzeption der Halle befassen“ soll.

Im Januar 2009, als Architekt Max Dudler im Gemeinderat seinen optimierten Stadthallen-Entwurf vorstellte, war der Karlsruher Klaus Krumrey wieder als freiberuflicher Berater dabei. Als „richtungsweisend“, lobte er damals die Reutlinger Vorgehensweise, weil die Hallen-Nutzer mit einbezogen würden. Eine Einschätzung, die weder die Reutlinger Kulturschaffenden noch die Vertreter der Vereine aufgrund der Erfahrung der vergangenen Jahre teilen werden.

Mit der Entscheidung, den 71-jährigen Krumrey, der bereits seit zwei Jahren im Ruhestand ist, auf das Stadthallen-Parkett zurückzuholen, werden sie gleichwohl einverstanden sein. Denn eigentlich kann es nur besser werden.

uschi kurz

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13.06.2012, 12:00 Uhr

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