Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
27-Jähriger muss sich wegen erpresserischen Menschenraubs verantworten

Mit dem Schlagstock bedroht und bestohlen?

Weil er seinen Bekannten mit einem Schlagstock bedroht und ihm 250 Euro abgenommen haben soll, steht ein 27-Jähriger wegen erpresserischen Menschenraubs vor Gericht.

24.06.2015
  • Maik Wilke

Reutlingen. Eigentlich wollten die beiden Kumpel in der Nacht Anfang Dezember des vergangenen Jahres nur gemeinsam etwas trinken. Bei seinem Besuch in der Wohnung des Beschuldigten in einer Reutlinger Kreisgemeinde sei die Stimmung jedoch rasch gekippt, erklärte der 31-jährige Geschädigte am Montag vor dem Reutlinger Amtsgericht. Der Angeklagte sei aggressiv geworden, habe das Zimmer abgeschlossen und ihn öfter mit der flachen Hand ins Gesicht oder auf den Hinterkopf geschlagen sowie gedroht ihn umzubringen. Der 27-Jährige, der wegen einer anderen Straftat derzeit in Haft sitzt, machte von seinem Schweigerecht Gebrauch und äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.

Um trotz der abgeschlossenen Tür nach Außen zu gelangen, so der Zeuge, habe er behauptet, dass es in seiner nahegelegenen Wohnung Speed gäbe. Daraufhin habe der Angeklagte einen Gürtel mit einem ausziehbaren Schlagstock angezogen und ihn zu seiner Wohnung begleitet. Beide Männer sind bei der Polizei bereits wegen Drogenkonsums bekannt.

Er hatte Angst, dass die Situation eskaliert

Etwa eine halbe Stunde suchte der 31-Jährige in seiner Wohnung nach dem Betäubungsmittel, obwohl er nach eigener Angabe wusste, dass es keine Drogen gab. Als der Beschuldigte dies merkte, habe er diesem 250 Euro von seinem Hartz-IV-Geld ausgehändigt – in wie weit er dazu gezwungen wurde, blieb unklar: „Ich hatte Angst, dass die Situation sonst vollkommen eskaliert.“ Auf dem Rückweg zur Wohnung des Jüngeren ergriff der Geschädigte, unter dem Vorwand einen Schuh zu binden, die Flucht. Später rief er auf Rat seines Vermieters über den Notruf die Polizei. Warum er seinem Gegenüber das Geld aber überhaupt zeigte, erschien den Polizeibeamten, die als Zeugen geladen waren, rätselhaft. Vom Verteidiger auf eine mögliche Vorgeschichte angesprochen, bei der er selbst eine Fensterscheibe im Zimmer des Angeklagten beschädigt habe, reagierte der Zeuge aggressiv.

Da der Kläger nicht früher um Hilfe rief und sich erst auf Nachfrage an die Waffe, mit der er bedroht wurde erinnern konnte, erschienen den ermittelnden Beamten seine Aussagen nicht völlig schlüssig. Weil er zudem keine sichtlichen Verletzungen davon getragen habe, signalisierten Staatsanwalt Florian Fauser und das Amtsrichter Eberhard Hausch, dass eine geänderte Anklage vorstellbar sei. Dann müsste sich der 27-Jährige lediglich wegen Freiheitsberaubung mit Körperverletzung verantworten. Der Prozess wird am Montag, 13. Juli, fortgesetzt.

Info Amtsrichter: Eberhard Hausch. Schöffen: Thomas Hirsch, Ayfer Selcuk. Staatsanwalt: Florian Fauser. Verteidiger: Thomas Weiskirchner.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

24.06.2015, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball