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Dokumentation

Mit dem Floß auf dem Neckar

Amerikaner lieben Deutschland. Ein Grund dafür ist Mark Twain. Arte wandelt auf den Spuren.

18.04.2017
  • KNA

Straßburg. Mark Twain hasste Kuckucksuhren. Bei seiner letzten Deutschlandreise wählte er ein Exemplar als Souvenir für einen geliebten Feind aus, dem der Vogel stündlich auf den Geist gehen sollte, wie er seinen Lesern verriet. Leider hat Twain nicht verraten, für wen das Mitbringsel gedacht war. Dennoch hat der Autor mit seinen Reisebeschreibungen aus dem Jahr 1878 bis heute das Deutschlandbild seiner Landsleute geprägt.

Die Arte-Dokumentation „Mark Twains Deutschland“ begibt sich nun am 26. April um 21.40 Uhr auf Spurensuche nach den von Twain so idyllisch beschriebenen Reisezielen. Die Regisseure Andrew Davies und Rieke Brendel haben sie für die Reihe „Die große Literatour“ produziert.

Der bekannteste amerikanische Autor der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte sich damals nicht ganz freiwillig auf die Reise auf den alten Kontinent gemacht – er war pleite. Denn schon wenige Jahre nach Erscheinen seines Hauptwerks „Tom Sawyer“ waren die Einnahmen aufgebraucht. Mit seiner zweiten Europareise verschaffte er sich Luft. Seine Gläubiger hofften, dass er mit seinen Notizen zu den Eigenheiten des alten Kontinents wieder ein Millionenpublikum begeistern würde.

Die kurzweilige Reportage streift auch die wichtigsten Lebensstationen Twains. Sie ordnet die Daten und Fakten in sein Denken und sein Werk ein. Dazu zählt auch eine Floßfahrt auf dem Neckar. Sie könnte die Inspiration für Twains Roman „Die Abenteuer des Huckleberry Finn“ gewesen sein. „Deutschland ist im Sommer der Gipfel der Schönheit, aber niemand hat das höchste Ausmaß dieser sanften und friedvollen Schönheit begriffen, wirklich wahrgenommen und genossen, der nicht auf einem Floß den Neckar hinabgefahren ist“, schwärmte er.

Filmaufnahmen des Autors

Trotz der „ungekämmten Idioten“ am Neckar und Wagners „Lohengrin“, den er für „Katzenmusik“ hielt, liebte er das Land und seine Mythen. Twain beherrschte die hohe Kunst, andere präzise zu beobachten. Er prägt bis heute das Image der Deutschen. Fleißig, gewissenhaft, pedantisch und ordnungsliebend seien sie, aber auch gefühlvoll, warmherzig und impulsiv.

Die informative Reportage verbindet umfangreiches Archivmaterial – unter anderem die einzigen Filmaufnahmen des technikaffinen Autors – mit Postkartenblicken auf die Touristen-Hotspots von heute. kna

Info Die Dokumentation „Mark Twains Deutschland“ zeigt Arte am 26. April um 21.40 Uhr.

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18.04.2017, 06:00 Uhr

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