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Mit der Mutter ins Heim
Ein Screenshot zeigt die Annonce bei Ebay. Foto: dpa
Urteil · „Ebay-Baby“:

Mit der Mutter ins Heim

Ein Vater wollte sein Kind im Internet verkaufen. Ein Gericht schränkt jetzt sein Besuchsrecht ein.

28.10.2016
  • DPA

Duisburg. Was soll mit einem Baby geschehen, das von seinem Vater im Internet wie irgendeine Ware angeboten wurde? Soll es bei einer Pflegefamilie bleiben? Soll es zurück zu den Eltern, weil die Annonce auf Ebay laut Vater ja nur ein Scherz gewesen ist?

Das Amtsgericht Duisburg wählte am Donnerstag einen anderen Weg: Die Mutter (20) bekommt ihr Kind zurück und zieht mit ihm in eine Mutter-Kind-Einrichtung. Und der Vater? Ohne Aufsicht soll er das Baby, das er als „Maria“ für 5000 Euro angeboten hatte, nicht sehen dürfen. „Ergänzende Maßnahmen“ hat das Gericht dazu angeordnet. Details nannte es nicht.

Ein Blick zurück: Das Verkaufsangebot erscheint am 11. Oktober in einem verstörenden Online-Inserat: Für 5000 Euro soll ein echtes Baby den Besitzer wechseln. Es handele sich um ein Kind namens Maria, ist in gebrochenem Deutsch in der Beschreibung zu lesen: „Er ist ein kleines Kind, das 40 Tage alt namens Maria (...) verkaufen“. Der Verkäufer trägt im Portal den Namen „Kühlschrank“. Vier Fotos hat er dazugestellt. Sie zeigen ein niedliches Baby im Strampelanzug.

Ein übler Scherz? Mitarbeiter der Handelsplattform bemerken die Anzeige, sperren sie und verständigen die Polizei. Zwei Tage später wird in Duisburg die Wohnung einer Flüchtlingsfamilie durchsucht. Die Mutter ist 20, der Vater 28 Jahre alt. „Maria“ ist ihr einziges Kind.

Beide werden vernommen. Erst drei Tage nach der Veröffentlichung räumt der Vater ein, die Anzeige per Handy aufgegeben zu haben. Es sei nur ein Scherz gewesen. Das Jugendamt nimmt Maria aus der Familie und gibt sie in die Obhut einer Pflegefamilie. Es gehe dem Kind „den Umständen entsprechend gut“, heißt es danach bei der Stadt Duisburg. Ein Gerichtssprecher erklärt, es seien „keine Anzeichen für eine Vernachlässigung des Kindes bekannt geworden.“

Wie geht es nun weiter mit der Familie? Gegen den Vater wird wegen des Verdachts des Menschenhandels ermittelt. Die kleine Maria zieht mit ihrer Mama bis auf Weiteres an einen unbekannten Ort. Wenn der 28-Jährige seine Tochter sehen will, wird jemand dabei sein. Helge Toben, dpa

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28.10.2016, 06:00 Uhr

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