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Fahnenträger mit Paradehelm

Mit einem Festzug feierte die Ofterdinger Feuerwehr ihr 150-jähriges Bestehen

„Hier sind unsere jungen Aufsteiger!“, rief der langjährige Kreisbrandmeister Karl Hermann von der Festbühne. Nicht weniger als 120 Jugendfeuerwehrleute aus dem Kreis marschierten durch den Ofterdinger Ortskern. Hundertschaften von Einsatzkräften, historische Fahrzeuge und Löschgeräte samt Pferdegespann zogen an den unzähligen Zuschauern vorüber.

27.07.2014
  • Susanne Wiedmann

Ofterdingen. „Der Festzug ist nicht so, wie Sie ihn erwarten“, kündigte Karl Hermann an. Kaum hatte er ausgesprochen, spielten als Ouvertüre die elsässischen Gäste der Batterie Fanfare in blauen Uniformen. Hermanns Idee war es, den Zug in Themen zu gliedern. Und so präsentierten zunächst Wehrleute mit weißen Paradehelmen zwanzig Feuerwehr-Fahnen aus dem Kreis Tübingen.

Dann kamen die Jüngsten. 440 Jugendliche gehören derzeit zur Jugendfeuerwehr im Kreis. Allein 120 „junge Aufsteiger“ trugen ihre Leitern mit sich, als sie durch den Ofterdinger Dorfkern zogen. Andere hatten ihre aktive Zeit längst hinter sich. Pferdegespanne zogen historische Löschgeräte an den Zuschauern vorüber, die Bachsatz- und Kirchstraße, Steinlach- und Hafnerstraße säumten. Die älteste Handdruckspritze hatte Entringen zum Festzug beigesteuert. Ein Modell aus dem Jahr 1785. „Seit damals hatte jede Gemeinde eine Spritze“, erklärte Hermann. Noch bis zum Zweiten Weltkrieg mussten die Feuerwehrleute in den Dörfern mühsam pumpen. Erst danach wurden auch auf dem Land Motorspritzen eingesetzt. Eine Hailfinger Handdruckspritze war mit Signalhorn ausgestattet. Aus Nehren fuhr eine Spritze von 1891 mit Laterne vorbei, „falls es bei Nacht brennt“, sagte Hermann. Im Jahr 1924 hatten die Baisinger die letzte Handdruckspritze im Kreis Tübingen gekauft.

Bernd Strohmaier, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Tübingen, begrüßte das Publikum von der Festbühne in der Steinlachstraße aus. Dort verfolgten auch Landrat Joachim Walter, der Ofterdinger Bürgermeister Joseph Reichert und Bürgermeister der umliegenden Gemeinden den Festzug.

Die Musikvereine Derendingen, Nehren, Mössingen und der Kreisspielmannszug musizierten. Und die Einsatzkräfte aus den Löschbezirken Mössingen, Tübingen, Rottenburg, 120 Frauen und Männer in Einsatzkleidung mit Reflexstreifen und blauen Helmen zogen im Gleichschritt vorüber.

Als der Musikzug Ofterdingen aufspielte, folgten ihm 30 Einsatzfahrzeuge – moderne und historische Gefährte. Insgesamt gibt es derzeit 180 Feuerwehrfahrzeuge im Kreis Tübingen. Die Feuerwehr Kirchentellinsfurt bewegte mit einem Traktor eine grünlackierte Tragkraftspritze aus den 1930er Jahren. Immerhin lieferte sie 800 Liter Wasser pro Minute. Ein Löschfahrzeug aus den 1950er Jahren präsentierte die Feuerwehr Bodelshausen. Vorne am Motor saß damals die Pumpe.

Doch fuhren nicht nur Oldtimer durch den Dorfkern. Erst seit wenigen Wochen wird ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug in Tübingen eingesetzt. Kürzer und schmäler und daher für die Altstadt tauglich. Einsatzfahrzeuge mit 30 Meter langen Leitern rollten an – ebenso riesige Wechselladerfahrzeuge für Großeinsätze mit Atemschutzreserve oder Abrollbehälter mit 7500 Liter Löschwasser. Und die Tübinger Wasserrettung zeigte ihr Boot vor.

Bereits seit Freitagabend feiert die Ofterdinger Feuerwehr ihr 150-jähriges Bestehen gemeinsam mit dem 32. Kreisfeuerwehrtag – zünftig mit Dirndl und Lederhosen im Zelt am Weiherrain, wo auch der Festzug endete. „Es war wunderbar“, blickte der Ofterdinger Kommandant Kurt Alexander auf die vergangenen Tage zurück. Unzählige Gäste seien von auswärts nach Ofterdingen gekommen. „Sie haben uns gelobt und waren begeistert.“

Noch dazu wurden von Donnerstag bis Samstag in Ofterdingen die Leistungsprüfungen der Feuerwehren im Kreis abgenommen. Nicht weniger als 300 Feuerwehrleute traten an. Zwei Jahre haben die Feuerwehrleute das Jubiläum vorbereitet. Und seit Freitag ist Kurt Alexander, der Ofterdinger Kommandant, im Dauereinsatz.

Zum Abschluss der viertägigen Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der Ofterdinger Feuerwehr und 32. Kreisfeuerwehrtag sind am Montag, 28. Juli, alle Ofterdinger ab 17 Uhr zum „Handwerkervesper“ in das Festzelt am Weiherrain eingeladen. Von 16.30 bis 17.30 Uhr spielt dort der Ofterdinger Musikzug. Das Festende ist offen.

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27.07.2014, 12:00 Uhr

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